Korea Hintergrund

Hangaram e.V. - Von der Stimme der Jungen Koreaner in Berlin zum etablierten und allgemein anerkannten Verein

Von KIM Jin-Ah (Vorsitzende von „Hangaram e.V.“)

1. Zur Geschichte von „Hangaram“:

Um 1990 gab es einige Jahre lang bereits die sogenannte Sae-Sak, mit Beiträgen in der Berliner Haninhoebo, die jedoch nach einiger Zeit ihre Aktivitäten einstellen musste.

Am 8. März 1997 endlich haben sich Leute, die z.T. schon bei der Sae-Sak aktiv waren, zusammengefunden und die Hangaram als Vereinigung - mit der einzigen koreanischen Jugendzeitschrift (europaweit!) – gegründet.

Seit 1999 sind wir ein eingetragener Verein und auch im internationalen Informationspool Internet präsent (s.u.). 

So ist aus einem „Magazin“ ein souveräner, ernstzunehmender eingetragener Verein, der seine Mitglieder zwar v.a. in Berlin aber auch in ganz Deutschland und sogar Korea selbst hat, geworden. Nicht länger beschränken wir uns auf Aktivitäten in regionaler Ungebung, sondern sind – auch um den Support und die Anerkennung von Generalkonsulat, Botschaft, deutsch- und koreanischsprachigen Medien, internationalen, deutschen und koreanischen Einrichtungen, uvm. sicher – auf dem Weg in andere Länder! (s.u.)

Bei allem sind wir vollkommen loyal und linientreu gegenüber unserer „Idee“, aber ...

2. ... Was bedeutet „Hangaram“?

 

Hangaram bedeutet „viele kleine Flüsse bilden einen großen Strom“.
 

Diese Maxime besagt, dass wir mehr als nur Anlaufstelle und Informationsbörse für Koreainteressierte sind, sondern ein unabhängiges Forum von und für Junge Koreaner bilden (ordentliche Mitgliedschaft von 16-35 Jahren möglich). Wir differenzieren nicht nach Aussehen, Bildungsgrad, Einkommen oder Religion. Wir wollen uns nicht als Elite, die für sich lebt und wenig repräsentativ ist für die tatsächlichen Umstände, darstellen.

Wir sind offen für wirklich alle, die sich mit Korea auseinandersetzen wollen, d.h. dass man in unseren Reihen nicht nur die 2sae findet, sondern auch Halbkoreaner, Adoptierte, 1.5sae, Yuhaksaengs und Nicht-Koreaner. Für sie und durch sie bestehen wir und geben dieser, unserer Generation eine Identität, einen Namen und die Möglichkeit, sich aktiv im deutsch-koreanischen Gesellschaftskontext zu positionieren und wirkungsvoll für unsere Besonderheit einzutreten.

Wir repräsentieren uns selbst und zeigen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten innerhalb einer Generation auf; die selber beständig zwischen zwei Nationalitäten, zwei Mentalitäten und zwei Welten wandelt und sich zu jedem Zeitpunkt einer entsprechenden Brückenfunktion bewusst ist.

Was macht Hangaram?

Mittlerweile besteht der Verein aus seinen mehr als 200 Mitgliedern, einem Vorstand, einem beratenden Strategieteam und drei Ressorts:

1. Das Magazin

Wir bringen 3 mal im Jahr unsere eigene Zeitschrift heraus und erscheinen daneben als deutschsprachiger Jugendteil in der Vereinszeitschrift des Dachverbandes der Koreaner in Berlin (Koreanischer Verein Berlin e.V.).

Das kreative Moment wird bei „Hangaram – Das Magazin der Jungen Koreaner“ besonders deutlich, denn es hat weniger den Charakter einer Zeitung, sondern bietet vielmehr eine Möglichkeit, sich auch poetisch auszulassen. Hier wird über Alltägliches humorig und kritisch philosophiert. Hier berichten aber auch junge Korrespondenten und Nachwuchsjournalisten aus den USA, Europa und Korea über Brisantes in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Letztendlich ist das Magazin aber spezielles Sprachrohr für unsere Generation. Offen und unverfälscht setzen wir uns mit uns und unserer uns umgebenden Welt auseinander.

2. Das Internet

Seit 1999 haben wir unsere eigene Homepage (www.hangaram.de), welche nicht nur eine reine Informationsplattform von und für den Verein ist, sondern darüber hinaus auch in den Foren zur Diskussion zu den verschiedensten Themen auffordert.

So können wir uns unabhängig von Zeit und Ort treffen und eine dichte Kommunikation unter den jungen Koreanern gewährleisten.

3. Die Events

Da wären...

-          ... monatliche Seminare und Workshops (2004: Vortrag über koreanische Kunstgeschichte, Comics-Zeichnen, Kochkurs, usw.)

-          ... jährliche aber regelmäßige Events (Karneval der Kulturen, 8.15-haengsa, Partys, „Getting together von adoptierten Koreanern“, Foren für Junge Koreaner in Deutschland und Europa (s.u.),  usw.)

-          ... einmalige, aber sehr bedeutende Veranstaltungen (2004: Businessforum zum Thema: „Chancen von jungen Kyopos in koreanischen Firmen“ mit Vorträgen und Diskussionen von Vertretern von Samsung, LG, Hyundai, Kotra, Inkoda, usw.; „Hangaram meets Hertha BSC – 250 Koreaner im Berliner Olympiastadion“, usw.)

Was sind die konkreten Ziele und Projekte von Hangaram?

Wir möchten ...

-          ... eine Brücke bilden zwischen den Generationen und den fairen Austausch suchen

-          ... die koreanische Kultur, wie wir sie kennen, an andere vermitteln und das Land „Korea“ in Deutschland präsent und „greifbar“ machen

-          ... allen Korea-Stämmigen und Korea-Interessierten ein weniger politisches, als vielmehr gesellschaftliches Forum geben und Sprachrohr im deutsch-koreanischen Gesellschaftskontext sein.

Wir möchten...

-          ... die Vernetzung unter den jungen Koreanern in Deutschland fordern und fördern durch kontinuierliche Projekte (2003: Forum der Jungen Koreaner in Deutschland; 2004: Durchführen von 8.15 für die jungen Koreaner in Deutschland mit anderen koreanischen Jugendorganisationen, usw.)

-          ... die Vernetzung auf europäischer Ebene maßgeblich vorantreiben (seit 1998: jährliche Besuche von Partnerorganisationen in deren Ländern; z.B.: 2003: London, Kerkrade, Kasachstan; 2004: Barcelona, Madrid)

Wer macht Hangaram?

Die Leute, die sich hinter „Hangaram“ verbergen sind junge Menschen (zum großen Teil Schüler und Studenten), die sich neben ihrer Schule, Ausbildung, Studium oder Arbeit für die Belange anderer junger Koreaner interessieren und einsetzen.

Momentan besteht das aktive Team aus etwa 25 Leuten, welche alle mit sehr viel Engagement, sehr hart und dennoch ehrenamtlich arbeiten.

Abschließend...

... bleibt mir nur, jeden einzuladen, sich von dem „Hangaram-feeling“ zu überzeugen. Lernen Sie uns und unsere Arbeit kennen, lesen Sie unser Magazin, besuchen Sie unsere Homepage oder treffen Sie uns auf einem unserer Events?!

Denn während wir auf der einen Seite doch bestimmt auf unserer freundschaftlich-familiären Individualität und Unabhängigkeit von „der“ 1sae beharren müssen („wir Jungen Koreaner in Deutschland sind nun mal korea-anders“), so ist uns der Dialog mit den Älteren mehr als selbstverständlich.

Der dreiköpfige Vorstand 2004 (von oben nach unten):SONG, In-Ho (Stellvertretender Vorsitzender), Gesche Jin-Ah
Jeltsch (Vorsitzende), LEE Mi-Ra (Stellvertretende Vorsitzende)