Korea Hintergrund

 

Hartmut Koschyk erneut in Nord- und Südkorea

Der Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, Vorsitzende der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe und Bayreuther CSU-Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk hat sich erneut zu hochrangigen politischen Gesprächen in Nord- und Südkorea aufgehalten.

Bei seinem Besuch in Nordkorea wurde Hartmut Koschyk vom Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-
Stiftung in Seoul, Herrn Thomas Awe, sowie vom dpa-Korrespondenten in der Volksrepublik China, 
Herrn Andreas Landwehr, der Leiterin der Auslandsredaktion des Nachrichtenmagazins Focus, Frau 
Gudrun Dometeit, sowie dem Fotojournalisten der European Press Foto Agency, Adrian Bradshaw, 
begleitet.
 

Koschyk führte in Nordkorea ausführliche Gespräche mit dem Vorsitzenden der koreanisch-deutschen parlamentarischen Freundschaftsgruppe der Obersten Volksversammlung, Dr. Ri Jong-hyok, dem Abteilungsleiter für internationale Beziehungen der Koreanischen Arbeiterpartei, Kim Myong Ho, dem Vizeminister der koreanischen Volksstreitkräfte, Generaloberst Kim Sang Ik, dem für Europa zuständigen Vize-Außenminister Kung Sok Ung, sowie der Vizevorsitzenden des Komitees für die Kulturbeziehungen zum Ausland, Frau Hong Son Ok. Politischer Höhepunkt war ein Meinungsaustausch mit Staatsoberhaupt Kim Yong Nam, zugleich Vorsitzender des Präsidiums der Obersten Volksversammlung Nordkoreas.

    

Hartmut Koschyk nutzte seinen Nordkoreaaufenthalt, um insbesondere um Themen Nuklearkrise, Sechs-Parteiengespräche, innerkoreanische Beziehungen sowie humanitäre Hilfe und Arbeitsbedingungen der Hilfsorganisationen anzusprechen. Außerdem warb er für einen verstärkte Zusammenarbeit der in Südkorea tätigen politischen Stiftungen aus der Bundesrepublik Deutschland mit nordkoreanischen Partnern. Zusätzlich zu den politischen Gesprächen besuchte Koschyk humanitäre Hilfsprojekte wie eine Lebensmittelfabrik des Welternährungsprogramms in Pjöngjang und eine Prothesenwerkstatt mit Rehabilitationszentrum für Amputierte des Internationalen Roten Kreuzes in Songrim. Auf seinen Wunsch hatte Koschyk auch die Gelegenheit, die demilitarisierte Zone in Panmunjom sowie die Stadt Kaesong zu besuchen. Einen zusätzlichen Höhepunkt stellte der Besuch eines Qualifikationsspiels der nordkoreanischen Fußballmannschaft zur Fußballweltmeisterschaft 2006 gegen Iran dar.

Koschyks Besuch in Nordkorea machte deutlich, dass seine kontinuierlichen Kontakte nach Nordkorea inzwischen ein Gesprächsklima geschaffen haben, das einen offenen Meinungsaustausch mit der nordkoreanischen Seite auch zu politisch schwierigen Themen ermöglicht. Seinen Aufenthalt nutzte Koschyk auch, um neben Vertretern nordkoreanischer Institutionen mit Vertretern der Internationalen Gemeinschaft sowie deutscher Institutionen und Wirtschaftsvertretern zusammen zu treffen. Gemeinsam mit der deutschen Botschafterin in Pjöngjang, Doris Hertrampf, besuchte Koschyk auch die Evangelische Chilgol Kirche in Pjöngjang und traf dort mit Pastor Hwang Min U zusammen. Einen Höflichkeitsbesuch stattete Koschyk auch dem Mausoleum für Kim Il-Sung, dem Staatsgründer der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea, ab.

In Südkorea traf Koschyk den neuen Vorsitzenden der Koreanisch-Deutschen Freundschaftsgruppe in der Nationalversammlung Südkoreas, Kim Chong-in, der in Deutschland studiert hat (gemeinsam mit dem heutigen sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt), ehemaliger Präsidentenberater ist und in Südkorea als ein anerkannter Fachmann für wirtschaftliche Aspekte einer möglichen koreanischen Wiedervereinigung gilt. Auch den langjährigen Vorsitzenden der Koreanisch-Deutschen Parlamentariergruppe, Hahn Hwa-kap, traf MdB Koschyk und dankte ihm für sein langjähriges Engagement für die koreanisch-deutschen Beziehungen.

Zu den politischen Gesprächspartnern Koschyks gehörten Vereinigungsminister Chung Dong-young und Außenminister Ban Ki-moon, die Koschyk über seine politischen Gespräche in Nordkorea informierte. Auch traf er in der südkoreanischen Nationalversammlung den Vorsitzenden des Ausschusses für Vereinigung, Auswärtige Angelegenheiten und Handel, Lim Chae-jung.

Ein ausführlicher Meinungsaustausch über die aktuelle Lage auf der koreanischen Halbinsel ergab sich auch mit dem früheren koreanischen Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträger Kim Dae-jung. Besonderes Interesse an Koschyks Nordkoreagesprächen zeigten auch der langjährige südkoreanische Vereinigungsminister und jetzige Rektor der renommierten Kyungnam Universität, Prof. Dr. Park Jae-kyu, sowie der ehemalige koreanische Botschafter in Berlin, Hwang Won-tak.

Im Rahmen seines Südkorea-Aufenthaltes besuchte Koschyk erstmals die südkoreanischen Streitkräfte. Hier war sein Gastgeber der Kommandeur der 27. Infanteriedivision, Generalmajor Ha Jung-Yul, der einen Großteil seiner militärischen Ausbildung in Deutschland absolviert hat und hervorragend Deutsch spricht. Bei seinem Truppenbesuch gelangte Koschyk auch unmittelbar an die innerkoreanische Demarkationslinie.

Gemeinsam mit dem Präsidenten des Korean-German Industrial Park, Prof. Dr. Yoon Yeu-dug, besuchte Koschyk die Baustelle dieses bedeutenden Industrie-, Technologie- und Wissenschaftsprojektes. Dem Präsidenten von Siemens Korea, Dr. Horst Kayser, aber auch den Mitgliedern der Deutsch-Koreanischen Industrie- und Handelskammer in Seoul erstattete Koschyk Bericht über die Entwicklung der nordkoreanischen Wirtschaft sowie die geplante Sonderwirtschaftszone bei Kaesong.

Auch mit dem Präsidenten der Koreanisch-Deutschen Gesellschaft der Republik Korea, Dr. Huh Young-sup, und dem Vizepräsidenten der Korea Foundation, Park Kyung-tai, traf Koschyk zu einem Meinungsaustausch zusammen. Mit dem Vertreter der renommierten Asia Foundation aus den USA in Seoul, Edward Reed, führte Koschyk einen ausführlichen Meinungsaustausch über die aktuelle Lage in Nordkorea.

Im Hinblick auf die alljährlich stattfindende Internationale Woche der Begegnung des Ökumenischen Gebetsfrühstückskreises im Deutschen Bundestag traf Koschyk auch mit Repräsentanten der katholischen und evangelischen Jugendorganisationen in der Republik Korea zusammen. Koschyk sprach für die diesjährige internationale Woche der Begegnung, die im September 2005 in Berlin stattfindet, eine Einladung an junge katholische und evangelische Christen in Korea aus.

Da während des Besuchs Koschyk in Südkorea Papst Johannes Paul II. verstarb, absolvierte Koschyk gemeinsam mit dem deutschen Botschafter in Soul, Michal Geier, einen Kondolenzbesuch beim Apostolischen Nuntius in Seoul, Erzbischof Paul Tscherigg, den Koschyk ebenfalls ausführlich über die humanitäre Lage in Nordkorea informierte.

Der Besuchsverlauf in Seoul dokumentierte, dass Koschyk dort als ernsthafter Gesprächspartner zur Lage auf der koreanischen Halbinsel und zu den deutschen Wiedervereinigungserfahrungen sehr geschätzt wird, was nicht zuletzt die hochrangige Wahrnehmung durch südkoreanische Politiker, aber auch Medienvertreter belegte.