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Aktuelles

 

Koschyk MdB trifft mit Delegation des Institute For Peace Affairs in Berlin zusammen.

Der Vorsitzende der deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe im Deutsche Bundestag und Präsident der Deutsch-Koreanische Gesellschaft, Hartmut Koschyk MdB, traf am 20.November mit einer Delegation des Institute für Peace Affairs (IPA) aus Südkorea in Berlin zu einem Arbeitsessen zusammen.

 

Das IPA beschäftigt sich mit der Frage der koreanischen Wiedervereinigung und führt in diesem Zusammenhang Forschungsvorhaben sowie Informationsveranstaltungen durch. Außerdem kooperiert das Institut intensiv mit koreanischen und internationalen Institutionen.

Die Delegation nimmt am Kooperationsseminar „Menschenrechtsverletzungen, juristische Aufarbeitung und Erinnerung – Erfahrungen aus Deutschland und Korea“, organisiert und durchgeführt von der Stiftung für die Aufarbeitung des SED-Unrechts , der Hanns Seidel Stiftung und dem Institute for Peace Affairs, vom 26.November bis 1. Dezember 2006 in Berlin, teil.

Die Delegation wird geleitet vom Präsidenten des Instituts, Herrn Hyun Kyung-Dae, und ist zusammengesetzt aus Wissenschaftlern sowie Vertretern des Wiedervereinigungsministeriums. Begleitet wird die Delegation von koreanischen Journalisten. Die Hanns-Seidel Stiftung ist vertreten durch den Leiter des Büros der HSS in Seoul, Herrn Dr. Bernhard Seliger, und den Projektmanager des Büros, Herrn Kim Young-Soo.

Die Delegation trifft im Rahmen Ihres Aufenthalts mit Vertretern des Kanzleramts und der koreanischen Botschaft in Berlin zu Gesprächen zusammen.

 

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MdB Koschyk auf Delegationsreise in Süd-Korea und China

„Deutschland hat ein vitales Interesse in der Region“

Die lange geplante Reise des Präsidenten der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft und Vorsitzenden der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe, Hartmut Koschyk, auf die koreanische Halbinsel und China begann mit einem unmissverständlichen Signal an die Machthaber in Nord-Korea. „Ein fruchtbarer Dialog mit der nordkoreanischen Seite ist unter diesen Voraussetzungen unmöglich!“ Mit diesen deutlichen Worten sagte Hartmut Koschyk den für Nordkorea vorgesehen Teil seiner Reise kurzfristig ab. Die Kriegswarnung der kommunistischen Diktatur an Südkorea, die aggressive Missachtung der Beschlüsse der Vereinten Nationen und willkürliche Einreiseverweigerung für deutsche Journalisten, die den Abgeordneten nach Nordkorea begleiten wollten, waren die Gründe für die klare Absage in Richtung Pjöngjang. Koschyk wollte sich persönlich über die Umsetzung der Unterstützung der Welthungerhilfe sowie die Lage der Christen in dem autoritären Staat informieren.

Im Gespräch: MdB Koschyk mit dem neune UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und dem
Leiter der Münchenersicherheitskonferenz und langjährigen Kohl-Berater, Horst Teltschik.

Der Terminkalender für Süd-Korea und China war dennoch prall gefüllt. Neben den Gesprächen über die Sicherheitslage in der Region nach den Nukleartests Nordkoreas bildeten die Fragen der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Möglichkeiten Deutschlands und insbesondere Oberfrankens in der Wachstumsregion Nordostasien den Schwerpunkt der Reise. So wohnte Koschyk der Einweihung von vier neuen Instituten des German Korea Institute of Technologie (KGIT) bei, zu der auch der Vizepräsident der Universität Bayreuth, Georg Krausch nach Bayreuth gekommen war. „Die Universität Bayreuth ist ein begehrter Partner für Korea“, betonte Koschyk. Längst seien enge Verbindungen von Oberfranken nach Südkorea geknüpft. Unter dem Dach von KGIT sollen unter internationaler Beteiligung Forschung und Entwicklung wirtschaftsnah gefördert werden. „Von einer engen wissenschaftlichen und technologischen Kooperation werden beide Länder profitieren“, unterstrich Koschyk auch am Rande der Auftaktveranstaltung von Bundesministerin Dr. Annette Schavan für die Kampagne „Deutschland und Korea – Partner in Forschung und Entwicklung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Seoul. An dieser Veranstaltung nahm auch ein Vertreter des Kompetenzzentrums „Neue Materialien“ aus Bayreuth teil.

MdB Koschyk mit dem militärischen Berater des koreanischen Verteidigungsministeriums, General Ha Jung-Yul,
und dem deutschenMilitärattaché Oberst Bernd Giebner.

In der Südkoreanischen Hauptstadt traf Koschyk zudem mit dem neuen UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zusammen, der sich für die deutsche Unterstützung bei seiner Wahl bedankte. Koschyk kennt Ban Ki Moon bereits aus dessen Zeit als Südkoreanischer Außenminister und ist vielfach mit ihm in Seoul und Berlin zusammengetroffen. Im Zentrum dieses politischen Gedankenaustausches stand die Perspektive der Sechs-Parteien-Gespräche (USA, Russland, China, die koreanischen Staaten und Japan) zur Entspannung im ostasiatischen Raum. „Am Ende des Prozesses könnte eine Art Nord-Ost-Asien-KSZE stehen“ skizziert Koschyk. Der UN-Generalsekretär versprach, so bald wie Möglich der Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Deutschlandbesuch zu folgen.

MdB Koschyk mit Frau Bundesministerin Schavan sowie dem deutschen Botschafter in Seoul, Herrn Dr. Norbert Baas (l.),
und dem Präsidenten der Deutsch-Koreanischen Industrie- und Handelskammer in Seoul, Herrn Dieter Brinkmann (r.)

Auch in den Gesprächen mit den hohen chinesischen Politikern standen die nordkoreanischen Atomtests im Mittelpunkt. So hart wie nie zuvor habe Nordkorea seinem kommunistischen Nachbarn Nordkorea klargemacht, dass er sich auf einem Irrweg befinde. Auch Peking sei nun zu schärferen Sanktionen bereit, fasst Koschyk zusammen, falls Nordkorea nicht zum Einlenken bereit ist. Die Gespräche in Peking hätten jedoch auch gezeigt, dass China keinen grenzenlosen Einfluss auf das Regime in Pjöngjang hat. Koschyk begrüßte in diesem Zusammenhang die Veränderung der US-Position in der Nordkorea-Frage, wonach die amerikanische Site nunmehr bereit ist, auch direkte Gespräche mit Nordkorea im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche zu führen.

MdB Koschyk mit dem Präsidenten der Nationalversammlung der Republik Korea, Lim Chae-jung.

„Die Region Nordostasien mit China, Japan und der koreanischen Halbinsel ist von größter Bedeutung für uns Deutsche“, resümiert Koschyk am Ende der Delegationsreise. Es bieten sich weitere erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten und ein Potenzial für die deutsche Wirtschaft und Wissenschaft vor Ort. Dafür brauche die Region jedoch vor allem Stabilität. „Die führende Exportnation Deutschland hat ein vitales Interesse an Sicherheit, Zusammenarbeit, wirtschaftlicher Entwicklung und Frieden im nord-ost-asiatischen Raum.“ Um hierzu Nordkorea aus der Isolation in die Staatengemeinschaft zurückzuführen, sei jedoch noch ein langwieriger Vertrauensbildungsprozess notwendig. „Hier brauchen wir einen sehr langen Atem. Aber nach der Kuba-Krise hatte auch niemand gedacht, dass Ost und West je zusammenfinden“, zeigt sich Koschyk leicht hoffnungsvoll. Koschyk hat auch eine weitere neue Aufgabe im Rahmen der deutsch-koreanischen Beziehungen übernommen. Er dem ehemaligen Zeit-Herausgeber Dr. Theo Sommer als deutscher Ko-Vorsitzender des 2002 von beiden Regierungen ins Leben gerufenen Deutsch-Koreanischen-Forums nach. In dieser Funktion bereitet er das nächste Deutsch-Koreanische Forum im Herbst 2007 in München vor. 

 

Hartmut Koschyk MdB überreicht im Beisein des Vertreters der Hanns-Seidel-Stiftung in Korea, Bernhard Seliger,
dem Präsidenten der Koreanisch-Deutschen Gesellschaft, Dr. Huh Young-Sup, ein Exemplar der Sonderausgabe
der Koreana aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Gesellschaft.

 

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Deutsch-Koreanische Gesellschaft mit neuem Logo

Anlässlich des Festaktes zum 40-jährigen Bestehen der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft am 27.Oktober 2006 in Augustinum in Bonn stellte der Präsident der Gesellschaft, Hartmut Koschyk MdB, den Mitgliedern und Gästen das neu gestaltete Logo der DKG vor:

 

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Koschyk verurteilt Atomtest gegenüber nordkoreanischer Delegation

Im Rahmen einer Europareise hält sich derzeit eine Delegation der Obersten Volksversammlung der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit dem Vorsitzenden der Koreanisch-Deutschen Arbeitsgruppe, Herrn Ri Jong Hjok, in Deutschland auf. Die nordkoreanische Delegation hat in Brüssel einen offiziellen Besuch beim Europäischen Parlament absolviert und wird von Deutschland zu einem Besuch des Italienischen Parlamentes nach Rom weiterreisen. Anlässlich dieses Aufenthaltes fanden Gespräche mit der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Bundestages statt.

Der Vorsitzende der Parlamentariergruppe, Hartmut Koschyk MdB, hat gegenüber der nordkoreanischen Delegation den kürzlich erfolgten Atomwaffentest auf das Schärfste verurteilt. Dieser unverantwortliche Schritt habe die Spannungen in der Region erheblich verschärft und die Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft nachhaltig belastet. Die von Nordkorea zu verantwortende Eskalation sei ein Irrweg in die Selbstisolation.


v.l.n.r.: Kum Chol Jo (Sektionsleiter im Ständigen Komitee der Obersten Volksversammlung);
Jong Hjok Ri (Delegationsleiter, Abgeordneter der Nationalversammlung);
Hartmut Koschyk MdB (Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlarmentariergruppe);
Gju Hong Pak (Abgeordneter der Obersten Volksversammlung);
Kjong Hak Min (Sektionsleiter der Europa-Abteilung im Außenministerium der DVR Korea)

Der Delegationsleiter der nordkoreanischen Delegation, Ri Jong Hjok, war um einen Ton bemüht, der von den kriegerischen Äußerungen der heimischen Führung möglichst weit entfernt ist. „In den internationalen Beziehungen gibt es immer ein Auf und Ab“, erwiderte er lakonisch auf die klaren Worte Koschyks. Ri Jong Hjok spricht fließend Deutsch und war jahrelang im diplomatischen Dienst tätig. Er sei sehr zuversichtlich, dass die gegenwärtige Krise zu lösen sei, so Ri Jong Hjok. Der erfahrene koreanische Funktionär gab MdB Koschyk zu verstehen, dass die gegenwärtigen Vorfälle sich allein auf das Verhältnis Nordkoreas zu den USA bezögen. Ri Jong Hjok ist in Nordkorea kein einflussloser Mann. In wichtiger Funktion leitet er das so genannte Asien-Pazifik-Komitee, das sowohl für die Beziehungen zu Südkorea als auch für die Kontakte zu Japan und den USA zuständig ist. Ri Jong Hjok machte auch deutlich, dass Nordkorea durchaus kein Interesse daran habe, komplett in die Isolation zu geraten. Er sei dankbar dafür, dass überhaupt Gespräche stattfänden, sagte er.

Koschyk forderte Nordkorea entschieden auf, seine Nuklearwaffen- und Raketenprogramme sofort einzustellen und weitere Tests zu unterlassen. Die Nichtverbreitung von Atomwaffen müsse von der gesamten Staatengemeinschaft unterstützt werden. Pjöngjang müsse unverzüglich an den Verhandlungstisch der von der Volksrepublik China initiierten 6-Parteien-Gespräche mit dem Ziel einer nuklearwaffenfreien koreanischen Halbinsel zurückkehren. Koschyk unterstrich, dass Nordkorea seine Interessen nicht durch einen radikalen Alleingang, sondern nur auf dem Weg des Dialogs mit der internationalen Staatengemeinschaft vertreten könne.

Die Verletzung internationalen Rechts durch Nordkorea sei in keiner Weise hinnehmbar, betonte Koschyk. Die Führung Nordkoreas müsse ihren Konfrontationskurs gegenüber der internationalen Gemeinschaft aufgeben. Eine entschlossene Reaktion des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen sei nunmehr unausweichlich. Deutschland, so Koschyk, werde alle Bemühungen nach Kräften unterstützen, die zu einer friedlichen Lösung der angespannten Situation und zur Sicherung von Frieden und Stabilität in Nordostasien beitragen.

Im Rahmen ihres Programms führt die Delegation zudem Gespräche mit den Vertretern der politischen Stiftungen (Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung) sowie Vertretern des Goethe-Instituts in Berlin.

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Kooperationsseminar im Kloster Banz

Gesellschaftlicher Wandel in Korea und Deutschland
Erziehung, Bildung und Familie – gemeinsame Herausforderungen – gemeinsame Lösungen

Auch im Jahr 2006 wurde die Tradition der dreitägigen Kooperationsseminare mit der Hans Seidel Stiftung fortgeführt. Dank der Unterstützung der Stiftung versammelte sich die Tagungsgemeinschaft wieder im ehrwürdigen Kloster Banz in Bayern, um in ruhiger und abgeschiedener Atmosphäre koreabezogene Themen zu diskutieren.

Jürgen Wöhler (Vorsitzender des Deutsch-Koreanischen Wirtschaftskreises, Beirat der DKG) und Frau Prof. Ursula Männle MdL (Stellvertretende Vorsitzende der HSS und Regionalverbandsvorsitzende der DKG) eröffneten die Veranstaltung. Am ersten Abend präsentierte Herr Wöhler beeindruckende Impressionen aus Nordkorea, die viele Stereotypen und Vorurteile zu Nordkorea relativierten und eindrucksvolle fotographische Einblicke in das sonst für viele unzugängliche Land ermöglichten.

Zentrale Themen am zweiten Tag der diesjährigen Veranstaltung waren das Frauenbild in Korea und das koreanische Bildungssystem. Die Autorin Dr. Won-Lim Byun-Brenk eröffnete den zweiten Tag mit ihrem Vortrag zur gesellschaftlichen Stellung der Frau in einem geschichtlichen Abriss. Sie begründete aus historischer Perspektive die heutige Stellung koreanischer Frauen in der Gesellschaft und Familie. Dabei beschrieb sie sehr detailliert wie Frauen Opfer politischer Entwicklungen wurden und unter dem immer stärker werdenden Konfuzianismus zu leiden hatten.

Nach diesem historischen Abriss rückte Hee-Kyong Lim von der Universität Bonn das aktuelle Frauenbild mit seinen vielen Facetten in den Mittelpunkt des Seminars. Hierzu hielt einen Vortrag zum Frauenbild in koreanischen TV-Serien. Dabei erzählte sie die Geschichten ausgewählter koreanischer Soap-Operas nach und zeigte, wie sich das Frauenbild in diesen sehr beliebten Fernsehausstrahlungen über die letzten Jahrzehnte veränderte. Frau Lim unterlegte dabei ihre präzisen Analysen mit Ausschnitten aus populären Serien, die von den Teilnehmern begeistert mitverfolgt wurden.

Am Nachmittag referierte Mathias Fox über die Grundschulerziehung in Korea. Er selbst war drei Jahre als Lehrer an einer koreanischen Grundschule tätig gewesen und konnte so seine wissenschaftlichen Ausarbeitungen mit seinen Erfahrungen aus der täglichen Schulpraxis kombinieren. Herr Fox berichtete von der moralischen Erziehung von Kindern und Jugendlichen in koreanischen Schulen und erläuterte, wie diese ausschlaggebend für die schulische Leistungsfähigkeit koreanischer Schüler ist.

Anschließend stellte Frau Dr. Young-ja Beckers-Kim in einem umfassenden Vortrag das koreanische Bildungssystem vor und reflektierte die Vor- und Nachteile des Systems nicht nur in Bezug auf die guten Pisa-Ergebnisse, sondern auch im Vergleich mit Deutschland. Dabei zeigte sie koreanische Bildungswege auf und thematisierte den enormen Leistungsdruck und die zeitliche Belastung, der sich koreanische Schüler zu unterwerfen haben.

Lebendige Diskussionen unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Plenum wurden in den Pausen und in gemütlichen Abendrunden weitergeführt. Auch der gemeinsame abendliche Besuch des Korbmarktes im nahe gelegenen Lichtenfels bot eine willkommen Gelegenheit sich näher kennen zu lernen und sich auszutauschen. Eine Führung durch das Koster Banz und eine Besichtigung der Kirche 14 Heiligen rundete die Veranstaltung ab.

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Verantwortung und Führung in einer multikulturellen Gesellschaft – Deutsch-Koreanische Beziehungen gestalten, lenken und leiten

Am 9.September 2006 fand im Forum der Kulturabteilung der Botschaft der Republik Korea die gemeinsame Veranstaltung von Hangaram e.V. und dem AK Junge Generationen in der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft e.V. zu Stand, Zielen und Perspektiven der deutsch-koreanischen Zusammenarbeit statt.


Durch die Veranstaltung führten ebenso kompetent wie freundlich der Generalsekretär
der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft e.V., Herr Tobias Stern,
und Frau Jin-Ah Gesche Jeltsch von Hangaram e.V.

Die Veranstaltung fand vor dem Hintergrund der besonderen Bedeutung der Beziehungen der beiden Länder zueinander und deren vielfältigen Ausgestaltung auf allen gesellschaftlichen Bereichen statt.

Sowohl in Deutschland als auch in Korea engagieren sich viele Personen für den verbindenden und grenzüberschreitenden Austausch zwischen Deutschen, Koreanern und koreanischstämmigen Deutschen. Sie engagieren sich individuell oder in einer Vielzahl von Vereinen und Organisationen, verbindendes Element und Ansporn dabei ist die feste Überzeugung, dass die Freundschaft und Verständigung zwischen beiden Ländern und ihren Menschen weiter intensiviert und vertieft werden sollte.


Der Gesandte der Botschaft, Herr Won-Jung Han, begrüßt die Teilnehmer
des Forums in den Räumen der Kultur- und Presseabteilung

Die Vielfalt der Formen des Engagements im den deutsch-koreanischen Austausch macht es schwierig ein umfassendes Bild vom Stand der Beziehungen zu entwerfen. Unabhängig von der konkreten Form des Beitrags der Personen und Organisationen  lassen sich aber drei Leitragen identifizieren, welche in allen Bereichen eine herausragende Bedeutung besitzen.

-          Wie gelingt es uns, unsere Kräfte optimal für unsere Ziele einzusetzen?

-          Wie können wir andere Personen motivieren, mitzumachen?

-          Welche Verantwortung kann ich, möchte ich und sollte ich übernehmen und lohnt sich mein Engagement?

Ziel des Forums war, ausgehend von diesen Leitfragen, über Konzepte für die Zukunft der deutsch-koreanischen Beziehungen nachzudenken. Einen ersten Input und Ausgangspunkt für die Diskussion bildeten die Vorträge der geladenen Referenten.

-          Hartmut Koschyk, MdB, Vorsitzender der Deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe des deutschen Bundestages und Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft,

-          Dr. Ursula Toyka-Fuong, Leiterin des DAAD-Referates "Japan, Korea, Australien, Neuseeland, Ozeanien" und Privatdozentin für Ostasiatische Kunstgeschichte

-          Jürgen Wöhler, Direktor der Landesbank Baden-Württemberg, Vorsitzender des Deutsch-Koreanischen Wirtschaftskreises, Vorsitzender des Länderausschusses Süd-Korea und ehemaliger Direktor der Deutsch-Koreanischen Handelskammer in Seoul

Die ebenfalls eingeladenen Präsidentin des Eastrock Institute in New Haven, Dr. Hesung Chun Koh, das seit mehr als 50 Jahren maßgeblich an der Gestaltung amerikanisch-koreanischer Beziehungen mitwirkt, konnte leider aus gesundheitlichen gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Sie wurde von der Mitarbeiterin des Eastrock Institute Frau Seung-hee Eu vertreten.

Geleitet wurde die Veranstaltung von Frau Jin-Ah Gesche Jeltsch von Hangaram e.V. und dem Generalsekretär der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft e.V., Tobias Stern.


Der Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft e.V., Hartmut Koschyk MdB,
 spricht über seine Erfahrungen in der deutsch-koreanischen Zusammenarbeit

Zur Eröffnung sprach der Gesandte der Koreanischen Botschaft, Herr Won-Jung Han, ein Grußwort, in dem er seiner Freude über die erfolgreiche Zusammenarbeit der deutsch-koreanischen Organisationen und der Botschaft und dem Interesse der Botschaft an einer Fortsetzung der Kooperation Ausdruck verlieh.

In einem ersten Programmteil berichteten die geladenen Referenten, zum Teil in sehr persönlicher Form, über Ihre Erfahrungen in der deutsch-koreanischen Zusammenarbeit. Diese Vorträge bildeten den Ausgangspunkt für die Arbeit in den Workshops, welche den zweiten Programmteil bildeten. Die Teilnehmer ordneten sich hier selbst einem der beiden Workshops, Kunst, Kultur und Wissenschaft oder Politik, Gesellschaft und Religion, zu und bekamen Gelegenheit zu einem intensiven Austausch. Den abschließenden Programmpunkt bildete die Vorstellung und Zusammenfassung der Ergebnisse, sowie die Diskussion und Schlussworte. Die Organisatoren, Referenten und Teilnehmer ließen den Abend mit einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant „Kimchi“ gesellig ausklingen.


Die Teilnehmer des Forums versammeln sich vor der Presse- und Kulturabteilung
der Botschaft der Republik Korea zu einem gemeinsamen Foto

Die Ergebnisse der Veranstaltung werden in Form eines Tagungsberichts den Teilnehmern und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Auch auf der Homepage der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft werden umfassende Informationen in Kürze zur Verfügung gestellt werden.

Die Bilder wurden von Felix Park zur Verfügung gestellt.

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„Unbändiger Wille“ und der „Ehrgeiz sich durchzusetzen“ - nicht nur auf dem Eis

 Cha Du-Ri und Martin Hyun sind die wohl bekanntesten koreanisch-deutschen Spitzensportler der letzten Jahre. Die Fachzeitschrift Eishockey NEWS attestiert dem 1971 in Deutschland geborenen Martin (Jong-Bum) Hyun, er habe einen „unbändigen Willen … [und den] Ehrgeiz sich durchzusetzen“. Die Zeitschrift bezog diese seine Charaktereigenschaften in erster Linie auf den Sportler Hyun und auf seine Leistungen auf dem Eis. Aber auch auf dem politischen Parkett, so zum Beispiel beim Staatsbankett zu Ehren des südkoreanischen Staatspräsidenten in Berlin, bei seinem vielfältigen sozialen Engagement oder bei der von dem Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk vermittelten Arbeit im „Bluehouse“ in Seoul, kann man bei dem nun 27jährigen diese Eigenschaften beobachten.

(Cha Du-Ri, Bundestagsabgeordneter Hartmut Koschyk, und Martin Hyun
beim Empfang für Staatspräsident Rho Moh-Hyun 2005)

Mit der Trickotnummer „71“ spielte Hyun für die Krefelder Pinguine. Für einen Großteil seiner deutschen Fans wahrscheinlich einfach nur eine beliebig gewählte Zahl. Für Hyun weit mehr: eine persönliche und politische Aussage. 1971 kamen Hyuns Eltern als Gastarbeiter nach Deutschland, mit wenig mehr im Gepäck als die Hoffnung auf ein besseres Leben für sich und Ihre Kinder. Ursprünglich wollte der Eishockeyspieler mit der Nummer „53“ auflaufen und damit an das Jahr erinnern als der Koreakrieg endete. Seine Entscheidung für die Nummer „71“ war ein Zeichen der Dankbarkeit an seine Eltern und die Erste Generation der Koreaner in Deutschland. Sollte Martin Hyun in Korea erneut seine Schlittschuhe schnüren, dann wohl mit der „90“ auf dem Rücken. Als Symbol für die Deutsche Wiedervereinigung und als Erinnerung daran, dass eine Wiedervereinigung auch in Korea nicht unmöglich ist.

Neben seinem sportlichen Erfolg und seinem politischen wie sozialen Engagement meisterte Martin Hyun einen beeindruckenden akademischen Werdegang. Hyun hat einen Abschluss als Politologe mit dem Nebenfach International Business und einen Master in International Relations. Er schrieb ein Buch über die Integrations-erfahrungen der Zweiten Generation der Koreaner in Deutschland und plant gegenwärtig seine Doktorarbeit. Gern würde er seiner sportlichen Karriere eine  politische, beispielsweise als Diplomat bei den Vereinten Nationen, folgen lassen. Sehr treffend die Überschrift eines jüngst erschienenen Artikels über den Ausnahmesportler: „Martin Hyun: Eishockey Botschafter mit Mission“.

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Koreanische Premierministerin im Gespräch mit Hartmut Koschyk MdB

Im Rahmen ihres Berlin-Besuches traf die koreanische Premierministerin Han Myeong-sook mit dem Vorsitzenden der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe, Hartmut Koschyk MdB, zu einem politischen Meinungsaustausch zusammen.

Die Premierministerin hatte gestern das Fußballspiel Korea – Togo in Frankfurt angeschaut und wurde in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen. Weiterer politischer Gesprächspartner war unter anderem Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Premierministerin Han Myeong-sook wurde am 24.März 1944 in Pjöngjang, der heutigen Hauptstadt Nordkoreas geboren. Durch die kriegsbedingte Teilung der koreanischen Halbinsel wurde sie von Ihrer Heimat getrennt. In Südkorea engagierte sie sich bereits früh in der christlichen Kirche und der Demokratiebewegung. Wegen ihres Engagements für Gewissensfreiheit wurde sie von der damals in Korea herrschenden Militär-Diktatur für 2 Jahre ins Gefängnis gesperrt. In der Zeit der Demokratisierung Koreas nach 1987 engagierte sie sich für die Rechte der Frauen, ein Thema das seit dem einen wichtigen Stellenwert in ihrer politischen Beschäftigung einnimmt. Ihre politische Karriere führte sie über einen Sitz in der koreanischen Nationalversammlung, den Posten der Ministerin für Gleichstellung und Ministerin für Umwelt, bis zum Amt der Ministerpräsidentin. Sie ist die erste Frau an der Spitze der koreanischen Regierung.

Die Ministerpräsidentin interessierte sich insbesondere für Koschyks aufgrund seiner mehreren Reisen nach Nordkorea gewonnenen Einschätzung zur Lage des nördlichen Teils der koreanischen Halbinsel. Zugleich dankte sie dem Deutschen Bundestag für seine engagierte Begleitung der Sechs-Parteien-Gespräche zwischen China, den USA, Russland, Japan und den beiden koreanischen Staaten zur Lösung der Nuklearfrage und zur Unterstützung der innerkoranischen Annäherung.

Man wolle aus den Erfahrungen der deutschen Teilung und Wiedervereinigung lernen und sei für die deutsche Unterstützung des Friedens- und Vereinigungsprozesses auf der koreanischen Halbinsel sehr dankbar, so Premierministerin Myeong-sook.

MdB Koschyk gratulierte der Premierministerin zum Sieg der koreanischen Nationalmannschaft und überreichte ihr das von ihm anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2005 herausgegebene Buch „Korea - geteilt vereint“ mit Beiträgen hochrangiger Politiker und Wissenschaftler sowie einem Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler und Südkoreas Staatspräsident Roh Moo-hyun.

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Harmonische Mitgliederversammlung der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft e.V. in Bonn

Zum 08.06.2006 lud die Deutsch-Koreanische Gesellschaft ihre Mitglieder zur Versammlung in das Bonner Augustinum am Rhein. Ab 19.00 Uhr sammelten sich die ersten Mitglieder bei einem kleinen Imbiss und gemütlicher Begegnung, bevor sie schließlich gegen19.45 Uhr mit der Mitgliederversammlung begannen.

Präsident Hartmut Koschyk begrüßte die Teilnehmer nun offiziell. Nach kurzen organisatorischen Hinweisen fasste er die mannigfaltigen Aktivitäten der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft seit der letzten Versammlung zusammen und gab einen Ausblick auf die Vorhaben der nahen Zukunft. Viel war in den vergangenen Jahren geschehen: die Gesellschaft verlegte ihre Geschäftsstelle nach Berlin und gestaltete ihre Internet-Präsenz neu. Zum 120-jährigen Jubiläum der deutsch-koreanischen Beziehungen erschien zusätzlich zu den regelmäßigen Infobriefen eine Sonderausgabe der Zeitschrift „Koreana“. Die Gesellschaft erfährt durch neue Arbeitskreise wie den der „Junge Generation“ weitere Impulse und ermöglichte ihren Mitgliedern und Freunden zum wiederholten Male eine Gruppenreise nach Korea. Tradition hat auch bereits das Kooperationsseminar mit der Hanns-Seidel-Stiftung im Kloster Banz, das nach 2004 und 2005 auch in diesem Jahr wieder stattfinden wird. Im Korea-Jahr 2005 und während der Asien-Pazifik-Wochen in Berlin trug die Gesellschaft auf vielfältige Weise und mit zahlreichen Veranstaltungen zur Wahrnehmung Koreas in Deutschland und zur Vertiefung der deutsch-koreanischen Beziehungen bei.

(Die anwesenden Mitglieder des neu gewählten Vorstandes von links nach rechts: Tobias Stern, Arnold Rive, Hubert Sieweke, Ursula Paetzold, Andreas Domschke, Hartmut Koschyk, Soun-Kyoung Beck, Marius Müller, Dr. Albrecht Huwe und Jürgen Wöhler, Vorsitzender des Deutsch-Koreanischen Wirtschaftskreises, ganz rechts im Bild.)

Nicht alle Leistungen der DKG können aufgezählt werden. Es lässt sich aber sagen, daß die Arbeit des Vereins in den Regionalverbänden und auf Bundesebene in den vergangenen beiden Jahren wieder sehr erfolgreich war. Aufgrund der verbesserten Finanzlage der Gesellschaft ist es künftig möglich, den regelmäßig erscheinenden Infobrief in professionellerer Form, in neuer Gestaltung und in Farbe, herauszubringen. Im September dieses Jahres wird zusätzlich auch wieder eine Sonderausgabe der „Koreana“, diesmal zum Thema „40 Jahre Deutsch-Koreanische Gesellschaft“, erscheinen. Natürlich wird dieser Geburtstag gebührend mit einer Festveranstaltung im Oktober gefeiert. Neben dem bereits erwähnten Seminar im Kloster Banz im September wird der Arbeitskreis „Junge Generation“ ein Forum zur Vernetzung der jüngeren Korea- Engagierten und –Interessierten veranstalten, bei dem es auch zu einem gründlichen Erfahrungsaustausch mit den „alten Hasen“ kommen soll.

Nach seinen Ausführungen über die vergangenen und anstehenden Aktivitäten der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft gab Herr Koschyk einen aktuellen Einblick in den derzeitigen Stand der deutsch-koreanischen Beziehungen und bot ausreichend Raum für Fragen und Diskussionsbeiträge. Der politische und wirtschaftliche Sachverstand von Herrn Koschyk und Herrn Wöhler, dem Vorsitzenden des Deutsch-Koreanischen Wirtschaftskreises, sowie das im Saal versammelte Fachwissen ermöglichten an diesem Abend eine umfassende Einschätzung der aktuellen Situation in Korea und der deutsch-koreanischen Beziehungen.

Sodann verlas Herr Koschyk für den aus gesundheitlichen Gründen verhinderten Schatzmeister Herrn Dr. Wilting die Einnahmen/Ausgabenübersicht 2004/05 und den Kassenprüfungsbericht des ebenfalls verhinderten Kassenprüfers, Herrn Himstedt. Dann entlastete die Versammlung den Vorstand einstimmig, und Herr Wöhler dankte dem Präsidenten, der mit seinem Engagement der Gesellschaft neue Impulse gegeben hat.

Anschließend übernahm Herr Wöhler zum Wahlakt den Versammlungsvorsitz und schlug Herrn Koschyk zur Wiederwahl als Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft e.V. vor. Dies geschah ohne Gegenstimmen. Danach wählte die Gesellschaft wieder unter Vorsitz von Herrn Koschyk satzungsgemäß das weitere Präsidium, den Vorstand und zwei Schatzmeister.

Die Mitgliederversammlung 2006 gab sich folgende Amtsträger:

Amt:

 Präsident

bisher:

 Hartmut Koschyk

gewählt:

Hartmut Koschyk

 

2 Vizepräsidenten

 

Soun-Kyoung Beck

Edwin Ferger

 

Soun-Kyoung Beck

Marius Müller

Schatzmeister

Dr. Wilhelm Wilting

Hubert Sieweke

Schriftführer

Dr. Albrecht Huwe

Dr. Albrecht Huwe

Generalsekretär

Heinz-Willy Brunen

 Tobias Stern

4 Weitere

Vorstandsmitglieder

Moon Sam Lee

Dr. Rolf Dittmar

Dr. Claus Vollers

Thomas Rieke

Arnold Rive

Dr. Rolf Dittmar

Ursula Paetzold

Thomas Rieke

 

2 Kassenprüfer

 

 

 

Gerd Himstedt

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Gerd Himstedt

Andreas Domschke

 

Mithin wurden einige Positionen neu besetzt. Für den nicht erneut kandidierenden Herrn Edwin Ferger bekleidet fortan Herr Marius Müller zusammen mit Frau Soun-Kyoung das Amt des Vizepräsidenten. Herr Hubert Sieweke übernimmt als neuer Schatzmeister von Herrn Wilting die Verantwortung für die Finanzen der Gesellschaft. Die Nachfolge von Herrn Heinz-Willy Brunen als Generalsekretär tritt Herr Tobias Stern an. Auch bei den vier zusätzlichen Vorstandsmitgliedern gibt es Veränderungen. Dr. Rolf Dittmar und Herr Thomas Rieke bleiben im Vorstand. Als Nachfolgerin für Herrn Dr. Claus Vollers wählte die Versammlung Frau Ursula Paetzold und für den nicht erneut kandidierenden Herrn Lee Moon-Sam trat Herr Arnold Rive in den Vorstand ein. Herrn Gerd Hilmstedt wird zukünftig Herr Andreas Domschke als weiterer Kassenprüfer unterstützen. Präsident Hartmut Koschyk dankte den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern für ihre langjährige engagierte Mitarbeit in der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft.

 

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Neu konstituierte Deutsch-Koreanische Parlametariergruppe trifft mit koreanischen Abgeordneten zusammen

In seiner herzlichen Begrüßung dankte der Vorsitzende der deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe, Hartmut Koschyk MdB, dem Botschafter der Republik Korea, S.E. Herr Lee Soo-hyuck, für seine Teilnahme an der Begegnung und hob dessen Verdienste bei der Durchführung des Korea-Jahres in Deutschland mit einer Vielzahl von Veranstaltungen hervor. Er wies darauf hin, dass Korea derzeit eine neue Botschaft baut und über eine neue Residenz verfüge. Die an der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland teilnehmende Mannschaft Südkoreas werde herzlich begrüßt, ebenso die zu diesem Ereignis erwartete Premierministerin, Han Myung-Sook. Die Premierministerin wird bei dem Besuch auch mit der Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zusammentreffen.

Die koreanische Delegation betand aus fünf Mitgliedern der Nationalversammlung: Frau KIM Myung-ja, Mitglied im Verteidungsausschuss der Nationalversammlung der Republik Korea und ehemalige Umweltministerin, Herr Bae, Ki Sun, ehemaliger Generalsekretär der URI-Partei und Vorsitzender des Koreanischen Rates für Versöhnung und Zusammenarbeit, Frau Lee Eun-young, Mitglied in Rechtsausschuss und im Haushaltsausschuss der Nationalversammlung der Republik Korea, hat in Deutschland Jura studiert und in Jura promoviert, Herr Woo Yun-keun, Mitglied im Haushaltsausschuss der Nationalversammlung der Republik Korea, Frau KIM Hee-jung, Mitglied im Wissenschaftsausschuss und im Ausschuss für Gleichstellung und Familie der Nationalversammlung der Republik Korea und stellvertretende Sprecherin der GNP.

Die deutsche Seite wurde vertreten durch: Hartmut Koschyk MdB, Vorsitzender der Parlamentariergruppe, Herr Johannes Pflug MdB, stellv. Vorsitzender der Parlamentariergruppe, Frau Sibylle Pfeiffer MdB und Herr Alexander Bonde MdB.

Bei der Vorstellung der Delegation hob der Botschafter hervor, dass die koreanischen Abgeordneten zur Spitze des Parlaments gehörten. Im Hinblick auf den großen Erfolg dieser Reise mit einem außerordentlich guten Programm, beabsichtige auch Südkorea deutsche Abgeordnete zu einem ähnlichen Programm einzuladen.

In einem offen und freundschaftlich geführten Gespräch wurden aktuelle Fragen der deutsch-koreanischen Beziehungen und Perspektiven einer Intensivierung des Austausches zwischen beiden Ländern besprochen. Einen weiteren Schwerpunkt stellte die aktuelle Situation auf der koreanischen Halbinsel und die Möglichkeiten der Bundesrepublik einen Beitrag zur Entspannung der Situation und der Stabilisierung der Annnäherungspolitik der beiden koreanischen Staaten dar.

Abschließend dankte die Delegation für das Gespräch. Sie hoffe auf den Besuch der Bundeskanzlerin und der Parlamentariergruppe. Hierzu kündigte Herr Koschyk, MdB, einen Delegationsbesuch der Parlamentariergruppe im nächsten Jahr in beiden Teilen Koreas an. Frau Kim Hee-jung dankte insbesondere für das Interesse an Korea und wies auf den Generationenwechsel in der Koreanisch-Deutschen Freundschaftsgruppe des südkoreanischen Parlaments hin, wobei sie auf eine Fortsetzung der freundschaftlichen Beziehungen hoffe.

Am Ende überreichte Herr Koschyk, MdB, den Gästen als Erinnerung einen repräsentativen Bildband des Reichstages.

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Spurensuche einer Adoptierten in Korea

Am Freitag, dem 07.04.2006, bot der Journalist Gerd Schinkel den Mitgliedern der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft eine Lesung aus seinem Buch „Bin ich ihr ähnlich? - Adoptivtochter auf Spurensuche in Korea“ an. Dieses Angebot nahmen viele gern an und wurden von Gerd Schinkel und seiner Frau Martina in deren großen und gemütlichen Wohnzimmer („Besenkammer“ genannt) empfangen und sogar mit Wein, Kölsch, Brezeln, Brot und Käse gastfreundlich bewirtet.

Geboten wurde in diesem sehr persönlichen Rahmen etwas ganz Außergewöhnliches: Eheleute Schinkel (selbst Mitglieder der DKG) hatten zwei Kinder aus Korea adoptiert. Deren Tochter hatte durch mehrere Zufälle die Möglichkeit wahrgenommen, an einer Fernsehsendung in Korea teilzunehmen, in der nach Familienangehörigen gesucht werden kann. So suchte sie nach ihren biologischen Eltern – und wurde tatsächlich fündig!

Diese sehr ergreifende und fast schon unglaubliche Geschichte wurde von Gerd Schinkel in seinem Buch geschildert. Auch Anneli, die Adoptivtochter, kommt in dem Buch in O-Tönen zu Wort und berichtet auf diese Weise ganz unmittelbar von ihren Gefühlen. Gerd Schinkel hat bei der Lesung einige der Lieder vorgetragen, die er in diesem Zusammenhang geschaffen hat. Dies alles zusammen bot ein „rundes“ Bild, in dem als Leitmotiv die Liebe der Adoptiveltern zu ihren Kindern in jedem Detail sichtbar wurde, eine Liebe, die nicht klammert, sondern unterstützt, Vertrauen und Selbstbewusstsein fördert.

Das Buch ist damit nicht nur eine mutmachende Geschichte für Adoptierte und für alle, die einen scheinbar unmöglichen Traum verfolgen, sondern auch (hoffentlich) ein Anstoß für Adoptiveltern, sich mit der Herkunft ihrer Kinder auseinanderzusetzen. Sie „verlieren“ damit nicht ihre Kinder, sie gewinnen sehr viel mehr dazu!

Der Abend bot einen anderen Blick auf Korea, gab Gelegenheit zur etwas anderen Beschäftigung mit Korea, die angesichts von 150.000  Adoptierten (AdoptivKINDER sind es nun ja nicht mehr, und so wollen sie – mit Recht – auch nicht mehr genannt werden!) aus Südkorea weltweit ist auch dies ein Aspekt, der zum Koreabild hinzugehört und der nach der Lesung Stoff bot für lebhafte Diskussionen unter den Zuhörern über die Gesellschaftsstruktur in Korea, in Deutschland und über die Möglichkeit, die Notwendigkeit – oder deren Fehlen – zu einem gesellschaftlichen Wandel.

Auch vielen Koreanern ist nicht bekannt, dass Korea – zu einem Zeitpunkt, als es Korea wirtschaftlich bereits deutlich besser ging als vielen anderen Ländern - „Hauptexporteur“ von Kindern war. Kein Land der Welt hat mehr Kinder ins Ausland abgegeben als Korea. Die Hintergründe hierfür, auch die Folgen für die nach Deutschland Adoptierten und deren Familien, bieten eine Fülle von Fragestellungen, für deren Auseinandersetzung auch und gerade die Deutsch-Koreanische Gesellschaft Raum geben sollte. Dieser Abend war sicherlich ein Anfang!

Mehr Informationen zu dem Buch unter www.gerdschinkel.de

Marius Müller

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Mehr Koreanerinnen gesucht für Befragung zu Wechseljahren

Für eine Studie zu Wechseljahren und Hormontherapie bei Frauen aus asiatischen Ländern (China, Japan, Korea), Deutschland und der Türkei sucht die Frauenklinik insbesondere Koreanerinnen zwischen 45 und 60 Jahren, die Lust haben einen Fragebogen anonym zu beantworten.

PD Dr. med. David und Prof. Dr. Theda Borde leiten dieses Projekt, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Forscher interessiert wie Frauen die Wechseljahre erleben, wie sie informiert sind und ob sie Hormone einnehmen.

Aus den Ergebnissen möchte man spezielle Beratungsangebote entwickeln, die die gesundheitliche Versorgung von Frauen verbessern.

Wenn Sie andere Frauen dieser Altersgruppe kennen, geben Sie den Fragebogen bitte weiter, denn insgesamt wollen wir 1000 Frauen aus den verschiedenen Herkunftsländern befragen.

Gerne sende ich Ihnen den Fragebogen per Post zu.

Sie können den Fragebogen hier herunterladen.

Charité Frauenklinik Campus Virchow-Klinikum
Wiss. Mitarbeiterin: Adelheid Schalinski (M.A.)
Telefon: 030 / 450 564 077
Telefax: 030 / 450 564 904
adelheid.schalinski@charite.de

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Hauswedell zu Gast beim RV Berlin der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft

Der Beauftragte des Auswärtigen Amts für Asienpolitik, MinDirig Dr. Peter Christian Hauswedell, sprach bei einem gemeinsamen Abendessen des RV Berlin der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft. Zu Gast waren auch der Botschafter der Republik Korea, Lee Soo-hyuck, und der Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft und Vorsitzende der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe, Hartmut Koschyk MdB

Die Gäste wurden vom stellvertretenden Vorsitzenden des RV Berlin, Herrn Dr. Biewald, herzlich begrüßt. Der Präsident der Gesellschaft, Hartmut Koschyk MdB, schloss sich den freundlichen Worten von Dr. Biewald an und brachte seine Freude zu Ausdruck, dass es gelungen war mit dem Ministerial Dirigenten Dr. Hauswedell einen hochkarätigen Gastredner für die Veranstaltung zu gewinnen. Schmerzlich vermisst wurde der Vorsitzende des RV Berlin, Dr. Schmitz, welcher unmittelbar vor der Veranstaltung unglücklich gestürzt war und sich in Behandlung begeben musste.

Der Vortrag Hauswedells beschäftigte sich sowohl mit der aktuellen Situation der deutsch-koreanischen Beziehungen, wie auch mit der Lage in Ostasien vor dem Hintergrund der andauernden Krise um die nuklearen Ambitionen Nordkoreas und die multilateralen Lösungsversuche der Sechs-Parteien-Gespräche. Geschickt ordnete er dabei diese Themenschwerpunkte in die umfasssende Frage des Aufstiegs Asiens in der Weltpolitik ein. Seine Bestandsaufnahem verwies dabei auf Chancen und Gefahren einer Entwicklung, die gekennzeichnet ist durch den Zuwachs wirtschaftlicher und politischer Bedeutung der Region, wobei aber gleichzeitig regionale Konflikte ungelöst bleiben und neue Konkurrenzen zu Instabilität führen.

Quellen der Instabilität stellen dabei die vier asiatischen Nuklearmächte dar, von denen lediglich eine, die Volksrepublik China, Mitglied des Non Proliferation Treaty (NPT) ist, während die anderen, Indien, Pakistan und die Demokratische Volksrepublik Korea, ihre nuklearen Programme ganz oder zumindest teilweise den internationalen Kontrollen entziehen.

Vor diesem Hintergrund gab der Redner einen Überblick über die Entwicklung der Auseinandersetzung über das nordkoreanische Nuklearprogramm seit Mitte der 90er Jahre, mit den Eckpunkten des Agreed Framework, Korean Engery Development Organisation (KEDO) und dem Scheitern dieses ersten Lösungsversuches nach den Enthüllungen über die andauernden nuklearen Aktivitäten Nord-Koreas im Jahr 2002. Die anschließende Zuspitzung der Krise, der Austritt des Landes aus dem Atomwaffensperrvertrag und die Einrichtung der Sechs-Parteien-Gespräche bildeten den Ausgangspunkt für eine verhalten optimistische Bewertung des aktuellen Standes und der Perspektiven für eine friedliche Lösung des Konfliktes durch Dr. Hauswedell. Herausgehoben wurde hier die Gemeinsame Erklärung aus dem Jahr 2005, in der Nord Korea eine völlig Einstellung seines Nuklearprogramms in Aussicht stellt.

Aufschlussreich gestaltete sich die Bewertung der Interessenlage der Teilnehmer der Sechs-Parteien Gespräche, wobei herausgestellt wurde, dass die Parteien lediglich in der Ablehnung eines nuklear bewaffneten Nordkoreas übereinstimmen, aber ansonsten oft entgegengesetzte Interessen verfolgen. Hierbei spielten der Aufstieg Chinas und die zunehmend konfrontative Haltung gegenüber den USA, besonders in der Taiwan-Frage, eine wichtige Rolle. Auf großes Interesse stieß der Gedanke, dass sich die Sechs-Parteien-Gespräche zu einer asiatischen KSZE entwickeln könnten.

Im Anschluss an den Vortrag bot sich für die Mitglieder die Möglichkeit Fragen zu stellen, ein Angebot welches rege wahrgenommen wurde. Seinen Abschluss fand der gelungene Abend mit einem gemeinsamen Essen.

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Koreaner der 2. Generation in Deutschland unterstützen Waisen in Südkorea

 Der Münchner Verein HAJA! e.V. veranstaltet den deutschlandweiten „Red Shirt Day“ unter Schirmherrschaft des Botschafters der Republik Korea a.D., Youngmin Kwon / Der  Erlös kommt zwei Waisenhäusern in Korea zugute.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Pressemitteilung Deutsch

Pressemitteilung Koreanisch

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Rezension: Samguk Yusa

Legenden und Wundergeschichten aus den Drei Königreichen Koreas

Aus dem chinesischen Originaltext ins Deutsche übersetzt von Dr. Beckers-Kim Young-ja unter Mitarbeit von Prof. Dr. Rainer E. Zimmermann und versehen mit seinem Nachwort.

464 Seiten; Gebunden; ISBN 3-936912-39-4; EUR 24,80; EB-Verlag, Hamburg 2005.

Auf der Frankfurter Buchmesse war Korea in diesem Jahr Gastland. Ein wichtiges Kulturgut des Landes wurde in deutscher Übersetzung vorgestellt und fand eine sehr freundliche Aufnahme.

Die Chronik Samguk Yusa, mit Legenden und Wundergeschichten aus den Drei Königreichen aus dem 13. Jahrhundert, gehört als Nationalschatz zum Kulturerbe Koreas. Zum Verständnis des Ursprungs und der Charakteristika der koreanischen Kultur ist dieses Werk unbedingt zu empfehlen. Es enthält zahlreiche wundersame und mystische Erzählungen, die aufgrund ihrer übersinnlichen und fantastischen Ereignisse zwar einen etwas anderen, aber dennoch vergleichbaren Lesespaß wie die griechische Mythologie bieten. Vor allem spielen die buddhistischen Sagen eine bedeutende Rolle. Die 138 Geschichten, aus denen die Chronik besteht, bewegen sich in verschiedenen literarischen Genres und bezeugen die Herausbildung eines eigenen koreanischen Nationalgeistes, der sich noch heute als Quelle der Inspiration erweist und diese Chronik zum nationalen Kulturgut ersten Ranges macht.

Für Koreaner ist diese Chronik ein unsterbliches Werk. Ilyeon, der Verfasser, mehrmals ausgezeichnet mit den höchsten Titel eines „Staatslehrers“, lebte zuletzt als Abt des Klosters Ingak, wo er sein Werk vollendete. Ingak-sa, unter Abt Ilyeon einst lebhaftes Zentrum des Seon (Zen)-Buddhismus, war fast 700 Jahre vergessen; das Reich Goryeo (Koryeo) wurde 1392 durch das neu entstandene Joseon-Reich (Choson) abgelöst. Dieses Reich nahm den Konfuzianismus als Staatsdoktrin auf und verfolgte den Buddhismus, der bis dahin als Staatsreligion auf der Halbinsel die Grundlage für Politik und Gesellschaft war.

Erst in den letzten Jahren entdeckte der Abt Sang-in die  historische Bedeutung des Klosters wieder. Er gründete zusammen mit Wissenschaftlern und mit Hilfe der Nationalregierung und des Regierungsbezirks Gun-wi, in dem sich das Kloster befindet, die Ilyeon-Gesellschaft. Er begann, das Klostergebäude zu restaurieren und das historische Klostergelände auszugraben. Es soll wieder zu einem Zentrum buddhistischen Glaubens werden.

Das nunmehr endlich vorliegende Buch ist also einerseits ein historisches Dokument aus einer Zeit aus der ohnehin nur begrenzt schriftliche Quellen vorhanden sind, andererseits erschließen sich dem geneigten Leser damit die koreanische Tradition und Wurzeln der Philosophie. Die Widmung der Ausgabe erfolgte auf der Buchmesse durch den Abt Sang-in, den jetzigen Vorsteher des Klosters, in einer sehenswerten buddhistischen Zeremonie.

Dr. Michael G. Willems

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Koschyk trifft Vorsitzende der Koreanisch-Deutschen Gesellschaft in Nordkorea

 Während ihres Aufenthalts in Deutschland auf Einladung des Goethe-Instituts traf die Vorsitzende der Koreanisch-Deutschen Gesellschaft und Vorsitzende des Kulturkomitees für Beziehungen mit dem Ausland, Frau Hong Ok-Song, auch Mitglied der Obersten Volksversammlung der Demokratischen Volksrepublik Korea, mit dem Vorsitzenden der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages und der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, Hartmut Koschyk MdB, in Berlin zusammen. An den Gesprächen nahmen auch der Botschafter der Demokratischen Volksrepublik Korea in Berlin, S.E. Pak Hyon-Bo, sowie der Generalsekretär der Koreanisch-Deutschen Freundschaftsgesellschaft, Oh Jin-Myong, und der stellv. Abteilungsleitung für Europa, Ryu Sung-Rim, teil. Frau Hong hatte sich maßgeblich auf nordkoreanischer Seite für die Einrichtung eines Goethe-Informationszentrums in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang eingesetzt. Mit MdB Koschyk besprach Frau Hong eine weitere Intensivierung der Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und der Demokratischen Volksrepublik Korea. Koschyk lud Künstlerinnen und Künstler aus Nordkorea erneut zum 12. Bayreuther Osterfestival 2006 ein. Bereits 2003 und 2004 hatten Nordkoreaner an der alljährlichen Begegnung junger Musiker aus zahlreichen Nationen in der Musikmetropole Bayreuth teilgenommen.

 

V.l.n.r.: Stellv. Abteilungsleiter Ryu Sung-Rim, Frau Hong Son-Ok, Vorsitzende der Koreanisch-Deutschen Gesellschaft, MdB
Hartmut Koschyk, Botschafter Pak Hyon-Bo und Generalsekretär Oh HJin-Myong

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Koschyk gibt Sammelband „Deutschland, Korea – geteilt, vereint“ heraus

 Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse hat der Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk, Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Bundestages und Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, ein von ihm herausgegebenes Buch „Deutschland, Korea – geteilt, vereint“ präsentiert.

An der Buchvorstellung nahmen auch Kollegiaten des Gymnasiums Pegnitz teil, die an diesem Tag auf der Buchmesse weilten. Die Schülerinnen und Schüler wurden eigens vom koreanischen Informationsminister Kim Chang Ho begrüßt. Dieser vermittelte in seinem Grußwort den jungen Pegnitzern auch interessantes Hintergrundwissen über Korea und die deutsch-koreanischen Beziehungen. 

Hartmut Koschyk, Prof. Dr. Gottfried-Karl Kindermann, Verfasser des Werkes „Der Aufstieg Koreas in der Weltpolitik“,  
und Lehrer Peter Spätling vom Gymnasium Pegnitz bei der Buchpräsentation auf der Frankfurter Buchmesse (v.l.n.r.)

 

MdB Koschyk überreicht dem koreanischen Premierminister, S.E. Lee Hae-chan, ein druckfrisches Exemplar seiner Veröffentlichung

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Grußwort

anlässlich der Präsentation des Buches

„Deutschland, Korea – geteilt, vereint“ am 20. Oktober 2005

auf der Frankfurter Buchmesse

 Korea ist das Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Als Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft in Deutschland und Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages ist es mir daher eine besondere Freude, als Herausgeber eines Buches vor Ihnen stehen zu dürfen, das anlässlich der Frankfurter Buchmesse erscheint und das in einer ausholenden, facettenreichen Darstellung die deutsch-koreanischen Beziehungen reflektiert. Diese Beziehungen bestehen offiziell seit über 120 Jahren. 1883 fand der Abschluss des ersten deutsch-koreanischen Handels-, Freundschafts- und Schifffahrtsvertrages statt. Doch der Beginn der bilateralen Beziehungen ist wesentlich eher anzusetzen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, muss ich Sie allerdings auf die Lektüre des Buches verweisen.

 In seiner Antrittsrede am 25. Februar 2003 hat der koreanische Staatspräsident Roh Moo-hyun eine mutige Vision für die koreanische Halbinsel gewagt:

„Im 21. Jahrhundert müssen wir die koreanische Halbinsel in ein Land verwandeln, von dem für den Rest der Welt Friedensbotschaften ausgehen. Sie muss sich zu einem Tor des Friedens entwickeln, das Eurasien mit dem Pazifischen Ozean verbindet.“

Mit unserem Werk nehmen wir diesen gedanklichen Faden auf. Herausgeber und Autoren wollen mit den bescheidenen Mitteln der Publizistik zur Überwindung des Anachronismus der koreanischen Teilung beiragen. Diese Teilung hat nicht nur viel Leid in die koreanischen Familien hinein getragen, sondern hat auch für weltpolitische Spannungen gesorgt. Der Titel „Deutschland, Korea – geteilt, vereint“ bringt zum Ausdruck, was der Herr Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler in einem Geleitwort zu dem Buch folgendermaßen ausgedrückt hat:

„Eine Erfahrung verbindet Deutschland und Korea in besonderem Maße: das schmerzliche Erlebnis der Teilung des Vaterlandes, das ein wichtiges Thema dieses Buchprojekts ist. Wir Deutsche haben vor fünfzehn Jahre das Glück der Wiedervereinigung erlebt. Sie war das Ergebnis einer friedlichen und demokratischen Revolution der Menschen in Ostdeutschland. Dieses Glück der Wiedervereinigung wünschen wir auch unseren koreanischen Freunden. Deutschland unterstützt die Politik der Versöhnung und Annäherung auf der koreanischen Halbinsel. Sie entspricht unseren eigenen Erfahrungen auf dem Weg zur deutschen Einheit. Das vereinte Deutschland hat heute seinen festen Platz an der Seite seiner Partner in der Europäischen Union und im transatlantischen Bündnis. Wir freuen uns darüber, dass diese Form der multilateralen Zusammenarbeit mittlerweile Modellcharakter hat. Deutschland engagiert sich deshalb gerne und aus Überzeugung für die Vision des koreanischen Präsidenten, auch in Ostasien eine Zone von Frieden und Wohlstand zu schaffen.“

Bevor die angesprochene Vision Wirklichkeit wird, müssen allerdings noch mühsam die Ebenen der Realpolitik durchschritten werden. Dazu gehört vor allem eine friedvolle Lösung der bedrückenden Nuklearkrise. Durch die Nuklearambitionen Nordkoreas behält die Region bis heute ihren seit dem Kalten Krieg bestehenden Status als besonders explosiver Krisenherd bei.

Der Deutsche Bundestag hat sich zuletzt in einer einstimmig verabschiedeten Entschließung vom 29. Januar 2004 mit der Lage auf der koreanischen Halbinsel befasst und dabei im Hinblick auf die gegenwärtigen Sechs-Parteien-Gespräche zwischen China, den USA, Russland, Japan und den beiden koreanischen Staaten eine Konzeption entwickelt, die sich mit der Position der südkoreanischen Regierung deckt. So hat der Bundestag gefordert, „den Teilnehmern der sog. Sechsergespräche die guten Erfahrungen des KSZE-Prozesses in Europa zu vermitteln und zur Überwindung der gegenwärtigen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel einen bereits in der Region diskutierten Prozess zu unterstützen, der nicht nur auf die unmittelbare Lösung des Nuklearproblems abzielt. Vertrauensbildung und Rüstungskontrolle, Wirtschafts- und Energiethemen, innergesellschaftlicher Wandel, Menschenrechte und ein breiter Dialog sowie ein Interessenausgleich sind ebenso wesentliche Ziele. Die Bundesrepublik Deutschland könnte so gemeinsam mit der Europäischen Union das regionale Bemühen um Sicherheit in Nordostasien dahingehend unterstützen, dass die Demokratische Volksrepublik Korea ihre Nuklearwaffenambitionen aufgibt, internationale Kontrollen wieder zulässt und dafür mittel- bis langfristig international eingebunden wird, Sicherheitsgarantien erhält und mit effektiven Hilfsmaßnahmen zur Energieversorgung zur Verbesserung der humanitären Lage ihrer Bevölkerung und zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes ausgestattet wird, die dann langfristig auch in eine politische Öffnung des Landes mündet.“

Südkoreas Ministerpräsident Lee Hae-chan hat in einem ausführlichen Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 19. Oktober eine ähnliche Konzeption vertreten und eine „asiatische OSZE“ vorgeschlagen, die einen „regionalen Ordnungsrahmen“ schafft, in dem friedliche Koexistenz möglich wird und die verhindert, dass der Gang der Ereignisse außer Kontrolle gerät.

Ich begrüße sehr, dass parallel, ja sogar komplementär zu dem von mir herausgegebenen Werk Herr Prof. Gottfried-Karl Kindermann eine überarbeitete und aktualisierte Neuauflage seines bekannten Werkes „Der Aufstieg Koreas in der Weltpolitik“ ebenfalls im Olzog-Verlag vorgelegt hat. Gegenwärtig geht es außenpolitisch im Wesentlichen darum, den multilateralen Dialogprozess in Nordostasien zu verstetigen. Nur auf diesem Wege kann es gelingen, Nordkorea mittelfristig politisch zu öffnen und der gesamten Halbinsel sowie der Region langfristig eine  Perspektive des Friedens und des Wohlstands zu verschaffen. Prof. Kindermanns kenntnis- und detailreiche Veröffentlichung bewahrt indessen auf diesem Weg vor Illusionen und mahnt Politik als Kunst des Machbaren an.

Doch das Machbare zeigte sich in einer durchaus vorsichtig-optimistisch stimmenden Grundsatzerklärung nach Ende der vierten Runde der Sechsergespräche am 19. September 2005. Nordkorea verpflichtete sich darin zur Aufgabe seines Nuklearwaffenprogramms und stellte die baldige Rückkehr unter das Regime des Nuklearen Nichtverbreitungsvertrages in Aussicht. Hoffnung besteht nunmehr, dass die Nuklearfrage grundsätzlich lösbar ist.

Andere Themen, wie sie das Buch „Deutschland, Korea – geteilt, vereint“ versammelt, dürfen aber ebenso Aufmerksamkeit beanspruchen. Das gilt für die Wirtschaftsbeziehungen, den religiösen und interkonfessionellen Dialog, Fragen der Kultur und des Sports, der Menschenrechte und der humanitären Hilfe für die Menschen des Nordens. Nicht zuletzt drängt aber die Frage einer möglichen koreanischen Wiedervereinigung wieder in den Vordergrund. Die Republik Korea verfolgt dabei eine kluge Politik des Augenmaßes und des langem Atems, um alle Chancen für eine Überwindung der koreanischen Teilung zu nutzen. Dabei stellt die jüngste deutsche Geschichte Erfahrungen, aber keine Lektionen bereit.

Abschließend darf ich mich bei allen, die zum Zustandekommen des Buches beigetragen haben, herzlich bedanken:

  • bei der Koreanischen Botschaft in Deutschland und der südkoreanischen Regierung für die vielfältige Unterstützung bei der Herausgabe des Buches,
  • bei den sehr namhaften Autoren, die nicht nur ihre Gedanken beisteuern, sondern dem Werk auch mit ihrer Reputation helfen,
  • bei Herrn Staatspräsidenten Roh Moo-hyun und Herrn Bundespräsidenten Prof. Dr. Horst Köhler für die ehrenvollen Geleitworte,
  • bei Herrn Jost Vielhaber, in dessen bewährten Händen die Redaktion des Buches lag,
  • sowie beim Olzog-Verlag, insbesondere bei Herrn Verleger Dr. Reinhard Möstl und Frau Lektorin Christiane Reinelt, für das verlegerische Engagement und für die spontane Bereitschaft, das Projekt in das Verlagsprogramm aufzunehmen.

Allen Lesern wünsche ich eine ebenso anregende wie informative Lektüre. Gerade für jene, die sich an der seit Jahren in Deutschland anhaltenden Reformdiskussion beteiligen, lohnt ein Blick in die Beiträge des Bandes aus koreanischer Feder. Südkorea war noch Anfang der 1960er Jahre ein in sehr bescheidenem Wohlstand lebendes Agrarland. Heute gehört es zu den sich technologisch und wirtschaftlich am schnellsten entwickelnden Volkswirtschaften der Welt. Bei internationalen Schulvergleichsstudien, Stichwort PISA, landen Südkoreas Schüler regelmäßig in der Spitzengruppe. Auch die Forschung des Landes braucht keinen Vergleich mit anderen Ländern, auch nicht mit Deutschland, zu scheuen. In Zeiten der Globalisierung müssen wir in globalen Maßstäben denken. Südkoreas rasante wirtschaftliche Erfolgsgeschichte kann auch uns in Deutschland dabei helfen, die richtigen Antworten auf die Fragen der globalen Herausforderungen zu finden.

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Korea : Wirtschaftliche und räumliche Entwicklungen

 Vortrag der Gesellschaft für Erdkunde in Zusammenarbeit mit der Deutsch - Koreanischen Gesellschaft

 „Ressourcen sind beschränkt – die menschliche Kreativität ist unbeschränkt.“ Dieses Motto, das sich häufig über den Eingängen südkoreanischer Firmen findet, spiegelt die Mentalität der Menschen wider, die Südkorea vom Agrarstaat zu einer der führenden Industrienationen der Erde machten.

Diese und andere Einblicke in die wirtschaftliche und räumliche Entwicklung Koreas vermittelten die Vorträge, die am 18. September 2005 in den Räumlichkeiten der Gesellschaft für Erdkunde in Zusammenarbeit mit der Deutsch - Koreanischen Gesellschaft stattfanden. Zwei hochkarätige Korea-interessierte und –erprobte Wissenschaftler waren als Referenten geladen und hatten ein breites Publikum angezogen.

So beschrieb Prof. Dr. Eckhart Dege von der Universiät Kiel anhand eines Diavortrages mit dem Titel „Nordkorea-Südkorea: Die ungleichen Brüder“ zunächst sehr anschaulich die historischen Hintergründe, die zur Teilung Koreas führten. Während Nordkorea bis heute der Ideologie folgt, sich vom Weltmarkt abzukoppeln, um nicht in Abhängigkeit zu geraten, kam es in Südkorea 1961 durch einen Militärputsch zum ökonomischen Umschwung, der in sechs Phasen mit sogenannten „Importsubstituierenden“ oder aber „exportorientierten“ Schritten in die Industrialisierung führte. Heute befinden sich in Südkorea unter anderem die größte Werft der Welt und das erste Stahlwerk der Welt, das „just in time“ arbeitet. Die Zukunft des prosperierenden Landes, dem in der Automobilindustrie China als Konkurrent gegenüber steht, liegt in forschungsintensiven Zweigen. Ganz anders Nordkorea, dessen 1990er Jahre von Hungersnöten und dem wirtschaftlichen Zusammenbruch geprägt waren. 40 % der Bevölkerung leben mittlerweile von ausländischen Hilfslieferungen. Ein weiteres Problem ist die starke Militarisierung, die 20 % des Bruttosozialprodukts verschlingt.

Prof. Dr. Robert Hassink von der Universität Oslo zeigte den industriellen Strukturwandel und die Regionalentwicklung in Südkorea am Beispiel von Textil- und Schiffbauindustrie auf. Während der Schiffbau als eine traditionelle Industrie von langen Arbeitszeiten, gut ausgebildeten Arbeitern, Serienfertigung, einer diversifizierten Produktpalette und dem starken Ausbau der Zuliefererindustrie profitiert und damit weiterhin die Weltmarktführerschaft für sich beansprucht, kommt es in der Textilindustrie vermehrt zur De-Industrialisierung.

Ein koreanisches Buffet rundete den informativen Abend ab und bot die Gelegenheit, persönlich mit den Referenten ins Gespräch zu kommen.

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Präzision und Schnelligkeit begeisterten das Publikum

Von Barbara Pittner

(Nordbayerischer Kurier vom 5. Oktober 2005)

Show- und Unterhaltungskonzert des Auswahlorchesters der Streitkräfte der Republik Korea in der Oberfrankenhalle

Die Namen klingen fremd: Chongak, Dschangut, oder Shinmedeum. Es sind Bezeichnungen für traditionelle koreanische Orchestermusik und Tänze, deren Klänge für westliche Ohren im ersten Moment fremd und ungewohnt erscheinen. Doch das Publikum ließ sich rasch von dem Show- und Unterhaltungskonzert des Auswahlorchesters der Streitkräfte der Republik Korea gefangen nehmen, das im Rahmen seiner Deutschlandtournee am Tag der Deutschen Einheit in der Bayreuther Oberfrankenhalle gastierte.

Bereits zum dritten Mal präsentierten Musiker aus Korea die traditionelle Musik ihrer Heimat in Bayreuth, so der Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk, der mit Regierungspräsident und dem Bezirksvorsitzenden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Hans Angerer, die Schirmherrschaft über dieses Konzert übernommen hatte.

Nach der Darbietung stand fest: Diese Musik fasziniert durch ihre Dynamik, ihre Energie und ihre Präzision. Schnelligkeit und Akrobatik waren weitere Zutaten, die das Publikum begeisterten. Der erste Teil des Konzertes stand im Zeichen der traditionellen Orchester- und Hofmusik, die durch Trommeldarbietungen mit Tanz ergänzt wurden. Zehn Musiker schlugen Trommelinstrumente und erzeugten durch den Rhythmus und die Schnelligkeit, mit der sie die Instrumente schlugen, eine Energie, die Körper und Seele mitnahm, wie es der koreanische Moderator angekündigt hatte.

Der zweite Teil zeigte das beste Repertoire des Musikkorps, das auch westliche Musikelemente beinhaltet. 35 westliche und 35 traditionell koreanische Musikinstrumente bildeten eine Symbiose aus westlicher und fernöstlicher Musik. Zum Vergnügen des Publikums gehörte dazu auch ein Medley deutscher Schlager.

1989 wurde das Musikkorps der koreanischen Streitkräfte unter dem Titel „Ministry of National Defense Military Band“ gegründet. Es ist ein Auswahlorchester von Musikern der rund 70 Musikkorps, die es in Korea gibt. Eine vierwöchige Tournee führ das Auswahlorchester zurzeit durch Deutschland. Dem Bayreuther Konzert am Tag der Deutschen Einheit kam eine besondere Bedeutung zu, denn Korea feiert am 3. Oktober den Tag seiner Staatsgründung, die auf das Jahr 2333 v. Chr. Datiert wird.

Eine freundliche Geste der Gäste aus Korea bildete den Abschluss eines überwältigenden Konzerts.

Unter Mithilfe einer koreanischen Mitbürgerin aus Bayreuth und nach einer kurzen Probe in der Pause hatten die 70 Musiker die deutsche Nationalhymne einstudiert, die nicht zum regulären Programm des Orchesters gehört. Und so beschlossen die koreanische wie die deutsche Nationalhymnen das musikalische Programm in der nur schlecht besuchten Oberfrankenhalle.

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Impressionen aus Nordkorea – Leben, Land und Leute

Fotoausstellung im Haus der Commerzbank eröffnet

„Impressionen aus Nordkorea – Leben, Land und Leute“ – so lautet der Titel einer Fotoausstellung mit Werken des Fotografen Andreas Taubert, die im Rahmen der diesjährigen Asien-Pazifik-Wochen mit Fokusland Korea im Haus der Commerzbank am Brandenburger Tor eröffnet wurde. Veranstalter sind die Commerzbank AG und die Deutsch-Koreanische Gesellschaft e.V. Deren Präsident Hartmut Koschyk MdB, zugleich Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages, hatte auch den Anstoß für das Ausstellungsprojekt gegeben.

Bei der sehr gut besuchten Ausstellungseröffnung konnte der Vorstandbeauftragte der Commerzbank AG, Hansgeorg Hauser, neben dem Künstler eine Reihe namhafter Persönlichkeiten begrüßen. Der Botschafter der Republik Korea (Südkorea) in der Bundesrepublik Deutschland, S.E. Soo-hyuck Lee unterstrich in seinem Grußwort das große Interesse der südkoreanischen Seite an einer friedlichen Beilegung des Konfliktes auf der koreanischen Halbinsel. Der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe, Dr. Hans-Joachim Preuß, stellte die schwierige humanitäre Situation in Nordkorea heraus, die die Deutsche Welthungerhilfe mit ihren Hilfsprojekten vor Ort zu verbessern beabsichtigt.

v.l.n.r.: MdB Hartmut Koschyk, Fotograf Andreas Taubert, Karin Jantz, Leiterin des Regionalbüros Nordkorea der Deutschen
Welthungerhilfe, Commerzbank-Vorstandbeauftragter Hansgeorg Hauser und Welthungehilfe.-Generalsekretär Dr. Hans-Joachim Preuß

„Die Ausstellung soll auch einmal den Blick auf den nördlichen Teil der koreanischen Halbinsel richten“, erklärt MdB Hartmut Koschyk, der sich als Koreaexperte in den vergangenen Jahren mehrfach zu politischen Gesprächen in Nord- und Südkorea aufgehalten hat. Nicht zuletzt durch die Fußball-WM 2002 in Korea und Japan sowie die engen Wirtschaftsbeziehungen sei das Interesse an Korea in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Nordkorea finde aber in der Regel nur durch die Nuklearkrise öffentliche Beachtung. „Gerade vor dem Hintergrund des gemeinsamen Schicksals der jahrzehntelangen Teilung – Deutschland hat seine inzwischen friedlich überwunden, während Korea nach wie vor unter der Teilung leidet – sollten wir das Korea-Jahr 2005 in Deutschland nutzen, um die gesamte koreanische Halbinsel stärker ins Bewusstsein auch der Deutschen zu rücken“, so Koschyk.

Die Bilder von Andreas Taubert, der in den vergangenen Jahren das streng abgeschottete Land mehrfach besucht hat, gewähren einen Blick in alle Bereiche des Lebens wie Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Militär, Schule und Freizeit. Fotografisch äußerst anspruchsvoll zeigen die das Land mit seinem propagandistischen Pathos, dokumentieren aber auch sensibel den Alltag und die Probleme in dem kommunistischen Land. Der Betrachter sieht den Stolz und die Würde der Menschen, trotz Armut und Ausweglosigkeit. Auch ohne Hightech und Kommerz gibt es Momente des Glücks und lachende Gesichter.

Der Fotograf Andreas Taubert gehört der international renommierten Fotoagentur „Bilderberg“ an. Seit zwanzig Jahren hat er sich der Fotografie verschieben und arbeitet an seinen zwei Standorten Berlin und Mainz erfolgreich für verschiedene namhafte Magazine und Unternehmen. Seit langem verfolgt er die Situation in Nordkorea mit großem Interesse und sammelt auch in seiner Freizeit Spendengelder für die Deutsche Welthungerhilfe durch Fotoausstellungen und Vorträge.

Die Asien-Pazifik-Wochen werden unterstützt durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB).

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Grußwort: Buchvorstellung „Das Schweigen durchbrechen – den Dialog bewahren“

Das Sammelband „Das Schweigen durchbrechen – den Dialog bewahren“ der Konrad Adenauer Stiftung, herausgegeben vom Leiter des Büros der KAS in Seoul, Thomas Awe, in Zusammenarbeit mit Sangjun Koh, gelingt es, trotz der Vielschichtigkeit der Probleme der Teilung der koreanischen Halbinsel, einen hervorragenden Überblick über die unterschiedlichen Aspekte der Thematik  zu geben.

Es ist besonders hervorzuheben, dass das Buch, anders als vergleichbare Publikationen, nicht den aktuellen tagespolitischen Meldungen rund um das nordkoreanische Nuklearprogramm verhaftete bleibt, sondern einen Schritt weitergeht und Problemstellungen in das Zentrum rückt, welche zwar weniger Aufmerksamkeit in der Presse erfahren, aber im Prozess einer zukünftigen Wiedervereinigung der beiden koreanischen Staaten eine umso größere Bedeutung erlangen werden - den Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen..

Wir wissen aus der Erfahrung des Prozesses der deutschen Wiedervereinigung, dass eine mehr als fünfzig Jahre währende Teilung, auch wenn Sie es nicht vermag das gemeinsame eines Volkes auszulöschen, doch tiefe Spuren hinterlässt.

Es ist daher verdienstvoll, dass die KAS, seit dem Beginn ihrer Projektarbeit im Süden der Halbinsel in den 70er Jahren, 2002 ihre Arbeit auch auf den Norden ausweitete. Die Schwerpunkte der Arbeit der KAS, Unterstützung der Demokratisierung im Süden, Hilfe beim Aufbau einer Zivilgesellschaft und Förderung der Erwachsenenbildung, gewinnen hier große Bedeutung.

Nicht nur der Bevölkerung Nordkoreas steht im Falle einer Wiedervereinigung ein schwerer Lernprozess bevor, sondern auch die Menschen im Süden werden gezwungen sein, sich offener als bisher mit den Realitäten in Nord- und  auch Südkorea auseinanderzusetzen und sich in diesem Prozess neu zu entdecken.

Thomas Awe schreibt von einer „Mauer des Schweigens“ welche trennend zwischen den Menschen aus Nord- und Südkorea liegt, auch zwischen der Bevölkerung des Südens und den vielen nordkoreanischen Flüchtlingen, welche unter ihnen leben, aber doch häufig nicht wahrgenommen werden.

Die „Erziehungen zur Wiedervereinigung“ welche die KAS in Seminaren und Diskussionen anstrebt, kann durch ihr Kommunikationsangebot, einen Ansatz bieten, um diese Mauer zu durchbrechen. Wie groß diese Herausforderung ist, zeigt sehr deutlich das fiktive Interview von Sangjun Koh mit Minju (Demokratie), welches sehr anschaulich die Bandbreite der Probleme der koreanischen Flüchtlinge in Südkorea darstellt und damit auf die Herausforderungen einer Wiedervereinigung verweist.  

Es ist dankenswert, dass das vorliegende Buch den Gedanken des Dialogs nicht nur im Titel trägt, sondern sich durch seine Zweisprachigkeit sowohl an Deutsche wie auch Koreaner richtet. Hier wird nicht, wie leider so häufig, lediglich über Korea gesprochen, sondern eine gemeinsame Basis des Austauschs geboten.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch Herrn Thomas Awe für sein großes Engagement danken. Er hat in den vier Jahren seiner Tätigkeit in Korea einen großen Anteil an der Entwicklung der deutsch-koreanischen Beziehungen gehabt und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich habe ihn auf den drei gemeinsamen Reisen nach Nordkorea als einen großartigen Kenner Koreas kennen gelernt. Ich wünsche ihm auf seinem neuen Posten in Shanghai alles Gute und viel Erfolg. 

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Wirtschaftsbeziehungen mit Nordkorea?

Experten informieren beim Wirtschaftstag von OAV und DKW

Im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen in Berlin fand im Roten Rathaus ein Nordkorea Wirtschaftstag des Deutsch-Koreanischen-Wirtschaftskreises e. V. (DKW) und des Ostasiatischen Vereins e. V. (OAV) statt.

Jürgen Wöhler, Vorsitzender des DKW begrüßte die anwesenden Gäste und vergegenwärtigte dem Publikum die aktuelle Situation sowie die Entwicklung Koreas in den vergangenen Jahren anhand eines kurzen Diavortrages.

Anschließend erläuterte Hartmut Koschyk MdB, Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Bundestages und
Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft e. V., die politische Lage auf der koreanischen Halbinsel. Vom Verhalten Nordkoreas im derzeitigen Atomstreit und von der widersprüchlichen Auslegung der getroffenen Vereinbarungen zeigte sich Koschyk nicht überrascht. Abschließend stellte Hartmut Koschyk seine eigenen Erfahrungen, welche er durch Reisen nach Korea sammeln konnte, vor.

Einen tieferen Einblick in die Situation in Nordkorea vermittelte die ehemalige deutsche Botschafterin Doris Hertrampf. Sie war 4 Jahre im diplomatischen Dienst in Pjöngjang tätig, wodurch sie genaues Wissen über Land und Leute erlangen konnte. Die ehemalige Botschafterin
stellte ihre Sicht der aktuellen politischen Lage mit anschaulichen Beispielen und Erläuterungen dar. Die Nordkoreaner hegten ein übertrieben hohes Sicherheitsbedürfnis, welches nicht nur das Land selbst in die Isolation treibe, sondern auch die Weltgemeinschaft gegen Nordkorea aufgebracht habe, so Hertrampf.

Ministerialrat Dr. Dr. Hans-Christian Reichel, als Referatsleiter für Außenwirtschaftspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit zuständig unter anderem für China, Taiwan, Nordkorea und die Republik Korea erörterte die wirtschaftliche Lage Nordkoreas anhand einiger Statistiken und Zahlen. Bekleidung, Hifiprodukte und Werkzeuge machen den größten Anteil an Einfuhren der Demokratischen Volksrepublik
 nach Deutschland aus, so Hans-Christian Reichel. Aufgrund der hohen Staatsverschuldung von 12,5 Mrd. USD und offenen Forderungen in beträchtlicher Höhe würden keine Hermesbürgschaften mehr für den Handel mit Nordkorea übernommen. Reichel riet in diesem
Zusammenhang zu großer Vorsicht bei Geschäften mit Nordkorea.

Die Gründe und Ziele des Engagements der Friedrich-Naumann-Stiftung in der Demokratischen Volksrepublik stellte der Projektleiter Korea,
Ulrich Niemann, vor. Seine Stiftung reagierte auf die ersten zögerlichen ökonomischen Reformen von 2002, die neuerliche Öffnung nach
Außen und die gestiegene Nachfrage nach Fortbildungsmaßnahmen. Ulrich Niemann veranschaulichte die Ziele des Engagements durch Erzählungen von persönlichen Begegnungen mit nordkoreanischen Seminarteilnehmern. Der Stiftung seinen vor allem die Unterstützung des Reformprozesses und die Vermittlung marktwirtschaftlicher Kenntnisse wichtig.

Ergänzend zu ihren Vorrednern erklärte Ruth Schneider, Regional Manager beim OAV für Japan, Korea und Südasien, anhand von
Graphiken und Statistiken einige ausschlaggebende Kennzahlen als Indikatoren für die wirtschaftliche Lage Nordkoreas.

Abschließend hielt Dr. Michael Schmidt-Thomé, Abteilungsleiter bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover,
einen Vortrag über eine Erkundungsreise bezüglich Bodenschätze und die etwaig daraus resultierenden ausländischen Investitionen in
Nordkorea. Schmidt-Thomé verdeutlichte dem Publikum, dass Bodenschätze in Nordkorea zwar vorhanden seien, die Menge oft aber zu
gering sei und der üblichen Reinheit nicht entspreche. Die von der Regierung Nordkoreas angegebenen Daten bezüglich der Qualität der Bodenschätze seien bis auf wenige Ausnahmen nicht glaubhaft oder nachweisbar. Weiterhin klärte er über die ungünstigen Investitionsbedingungen und die oft katastrophale Infrastruktur in der Demokratischen Volksrepublik Korea auf.

Abschließend nahm das Publikum, welches aus Vertretern der Wirtschaft und aus Korea-Interessierten bestand, die Möglichkeit wahr,
mit den Vortragenden eine rege Diskussion zu führen.

 

Koschyk trifft koreanischen Kulturminister Dong-Chea Chung

 

Im Zuge der Eröffnung der Asien-Pazifik-Wochen in Berlin, in deren Mittelpunkt in diesem Jahr Korea steht, ist der Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk MdB in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages und Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft in Berlin mit dem Minister für Kultur und Tourismus der Republik Korea, S.E. Chung Dong-Chea, zusammengetroffen. Im Mittelpunkt des Meinungsaustausches standen die deutsch-koreanischen Kulturbeziehungen, sowohl was die Republik Korea (Südkorea) als auch die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) anbelangt. Kulturminister Chung zeigte sich sehr dankbar für den beginnenden Kulturaustausch der Bundesrepublik Deutschland mit Nordkorea, der u.a. durch die Eröffnung eines Lesesaals mit deutscher Literatur durch das Goethe-Institut in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang zum Ausdruck kommt.

 

v.l.n.r.: der stellv. Protokollchef des Landes Berlin, Senatsrat Michael Bruch, der Botschafter der Republik Korea, S.E. Lee Soo-hyuck,
MdB Hartmut Koschyk, Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe, der Minister für Kultur und
Tourismus der Republik Korea, S.E. Chung Dong-Chea und MdB Johannes Pflug, stellv. Vorsitzender der
Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe

 

Einen weiteren Gesprächspunkt bildete der Fremdenverkehr. Koschyk warb dabei auch für die Fremdenverkehrsregionen seines Wahlkreises Fränkische Schweiz und Fichtelgebirge sowie für die Kulturmetropole Bayreuth. Kulturminister Chung äußerte sich sehr interessiert, einmal die Bayreuther Festspiele zu besuchen, nachdem mit dem Koreaner Kwang-chul Youn ein Kulturschaffender aus der Republik Korea zu den Mitwirkenden der Bayreuther Festspiele gehört.

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Bundespräsident Horst Köhler eröffnet Asien-Pazifik-Wochen 2005

Der Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Horst Köhler, eröffnete am Montag, 19. September 2005, im Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt zusammen mit dem Regirenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und dem Minister für Kultur und Tourismus der Republik Korea, CHUNG Dong Chea, die 5. Asien-Pazifik-Wochen (APW) 2005.

Bundespräsident Horts Köhler eröffnet die Asien-Pazifik Wochen im Konzerthaus Berlin

Der Vorsitzende der deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe und Präsident der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, Hartmut Koschyk
MdB, und Dr. Heinrich von Pierer, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, gehörten zu den Gästen des
Festaktes im Konzerthaus.

Koreas Minister für Kultur und Tourismus, CHUNG Dong Chea, bedankte sich für das große Interesse an seinem Land.

Die APW stehen in diesem Jahr ganz im Zeichen der Republik Korea. Die Republik Korea gestaltet den Länderschwerpunkt der
5. Asien-Pazifik-Wochen vom 19. September bis zum 2. Oktober 2005, nachdem 1999 Japan, 2001 China und 2003 Indien im Mittelpunkt der APW standen. Doch auch Veranstaltungen zu den übrigen Ländern der asiatisch-pazifischen Region von Australien bis zur Mongolei, von
Japan bis Pakistan sind wie immer herzlich willkommen.

Die koreanische Militärkapelle "Ministry of National Defense Band" auf dem Gendarmenmarkt.

Künstler aus dem Gastland begrüßten die Berliner bereits vor dem Festakt mit einem Festumzug und traditioneller Musik. Die koreanische Militärkapelle "Ministry of National Defense Band" spielte auf dem Gendarmenmarkt traditionelle koreanische Musik und auch die Grußworte
des Bundespräsidenten Horst Köhlers und des koreanischen Ministers für Kultur und Tourismus, Chung Dong Chae, wurden durch den Auftritt eines traditionellen koreanischen Orchesters umrahmt.

 

Ein koreanisches Orchester entführte die Gäste in eine andere Kultur und stimmte so auf die Asien-Pazifik-Wochen ein.

Im Anschluss gab die Stadt Berlin einen Eröffnungs-Empfang zu den Asien-Pazifik-Wochen 2005. Berlins Bürgermeisterin und
Justizsenatorin Karin Schubert lud zum Empfang ins Rote Rathaus.

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Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler anlässlich der Eröffnung der Asien-Pazifik-Wochen in Berlin 

Die Asien-Pazifik-Wochen kommen zur rechten Zeit. Ich glaube, es ist gut, dass wir heute den Blick auch nach draußen richten - nach Asien. Die Welt ist in Bewegung, und es gibt keinen Zweifel mehr:  Der Aufstieg Asiens wird von Dauer sein.

Die Asien-Pazifik-Wochen finden traditionell in Berlin statt, und das passt: Im Frühjahr habe ich in Tokio das Deutschlandjahr eröffnet und dafür geworben, dass die Japaner die großen Chancen nutzen, die unser Land bietet. Heute schließt sich ein Kreis: Ich werbe in Berlin dafür, dass wir in Deutschland begreifen, welche Chancen, aber auch welche Herausforderungen mit dem Aufstieg Asiens für uns verbunden sind.

Der ökonomische Aufstieg Chinas und Indiens, die Wiederkehr Japans, das sogenannte Wirtschaftswunder am Han-Fluss und die Erfolgsgeschichte der neuen Tigerstaaten haben in der gesamten asiatisch-pazifischen Region eine Dynamik entfacht, die dem internationalen Wettbewerb zunehmend ihren Stempel aufdrückt. Das bereitet manchen Menschen in den traditionellen Industriestaaten auch Sorgen. Viele fürchten um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Diese Sorgen sind nicht unbegründet. Natürlich müssen wir uns Gedanken um die politische Gestaltung der Globalisierung machen. Sie muss allen Völkern Nutzen bringen und darf keines marginalisieren. Ich halte dies für möglich. Nicht möglich wird es aber sein, dem Wettbewerb junger, buchstäblich hungriger Völker auszuweichen. Das wäre auch nicht mit dem Ziel von Gerechtigkeit für alle Menschen auf dem Globus vereinbar.

Nach dem enttäuschenden Ergebnis der Diskussion über eine Reform der Vereinten Nationen gilt für mich umso mehr: Wir müssen partnerschaftlich zu einer Weltgesellschaft zusammenwachsen, in der sich die Völker gegenseitig unterstützen und wechselseitig voneinander lernen. Dass wir tatsächlich Partner sein können, hat die große Hilfsbereitschaft für die Opfer des Tsunami eindrucksvoll bewiesen. Und lernen können wir in Deutschland und in Europa einiges von den ökonomisch aufstrebenden Ländern in Asien: Ich denke an die Bereitschaft, Neuem aufgeschlossen gegenüberzustehen, Heraus­forderungen anzupacken und an die eigene Stärke zu glauben.

Nicht vergessen sollten wir im Übrigen, dass die alten Industriestaaten in Asien vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie wir. Auch Japan und Korea beispielsweise müssen ihre Gesellschaften dem demographischen Wandel und der Dynamik der Globalisierung anpassen. Präsident Roh hat mir bei seinem Staatsbesuch vor einigen Monaten von den ehrgeizigen Reformen berichtet, die er unter dem Motto "Wandel bedeutet Hoffnung" verwirklichen will. Der Lernprozess ist also keine Einbahnstraße von Ost nach West; wir müssen wechselseitig voneinander lernen. Ich freue mich deshalb sehr, dass Korea Schwerpunktland der diesjährigen Asien-Pazifik-Wochen ist. Deutschland und Korea verbindet traditionell viel: 30.000 Koreaner wohnen seit Jahrzehnten in Deutschland. 5.000 koreanische Studenten besuchen deutsche Hochschulen. Beide Länder haben die Erfahrung der Teilung gemeinsam. Wir Deutsche haben das Glück der Wiedervereinigung vor 15 Jahren erlebt. Dieses Glück wünschen wir von Herzen auch unseren koreanischen Freunden.

Kulturell teilen Deutsche und Koreaner die Begeisterung für klassische Musik und - nicht zuletzt - für den Fußball. Die großartige Stimmung bei der WM 2002 in Japan und Korea ist bei uns unvergessen. Dieses Vorbild spornt uns an, bei unserer Welt­meisterschaft im kommenden Jahr gute Gastgeber für Freunde zu sein. Ich hoffe, dass es uns auch gelingen wird, die Weltmeisterschaft als Bühne zu nutzen, um Deutschland als ein vorwärts strebendes Land der Ideen zu präsentieren.

Meine Damen und Herren, im letzten Jahr diente dieses Schauspielhaus als Kulisse für eine Neuverfilmung von Jules Vernes Klassiker "Reise um die Welt in 80 Tagen". "Die Welt ist groß." So sagt zu Beginn des Romans ein Londoner Clubmitglied skeptisch zu den Chancen, einen flüchtigen Bankräuber zu fassen. "Das war einmal", antwortet der Romanheld Phileas Fogg - und umrundet die Welt tatsächlich in 80 Tagen. 1872 war das eine großartige Leistung. Schon Phileas Fogg lernt die Welt aber nicht mehr richtig kennen. Die Reise verkommt zur Kuriositätenschau, hinter der die Wirklichkeit der bereisten Länder verschwindet. Ich habe manchmal den Eindruck, dass es uns Bewohnern des "globalen Dorfes" kaum anders geht. Wir wissen scheinbar immer mehr. Wir sind fast unbegrenzt mobil. Aber diese Mobilität entspricht nicht einem Mehr an Erfahrung und Erleben. Ich verstehe die Asien-Pazifik-Wochen als ein Angebot, dies zu ändern. Die Asien-Pazifik-Wochen sind mehr als eine Messe. Sie bieten neben den Wirtschaftstagen auch Musik, Tanz, Theater, Meditation und Wissenschaft. Ich hoffe, dass die Besucher von außerhalb und die Berliner dieses Angebot nutzen. Asien ist mehr als Wirtschaft. Nur wenn wir uns Zeit nehmen für alle Aspekte dieser Region, für die Wirklichkeit der Menschen, für die Fragen, die sie bewegen, für den kulturellen Reichtum der Region, nur dann ist ein echter Dialog möglich, nur dann wird die Globalisierung zu einem Zeitalter, in dem die Menschen zueinander finden und gemeinsam handeln, nur dann wird unsere Reise um die Welt zu einem echten Erfolg.